Zug

Krawallmacher tricksen Polizei mit der Notbremse aus

Fans verlassen Zug in Spandau und entgehen so dem Zugriff

- Rund 750 Hertha-Anhänger in einem Sonderzug aus Düsseldorf konnten der Polizei entkommen. Wie ein Sprecher mitteilte, zog einer von ihnen am Bahnhof Spandau die Notbremse, sodass der Zug nicht wie geplant in Richtung Hauptbahnhof weiterfahren konnte. Dort wartete ein Großaufgebot mit bis zu 500 Mann auf die randalierenden Fußballfans.

Die Chaoten stiegen nach dem Nothalt aber am Stadtrand aus und schlugen der Polizei ein Schnippchen. Ein Sprecher sagte, es sei der "worst case" eingetreten - schlechter konnte es nicht laufen. Bis zu 500 Einsatzkräfte warteten vergeblich am Hauptbahnhof, um die Personalien aller Insassen aufzunehmen. Im Visier hatte sie vor allem rund 180 Problemfans, die für Ausschreitungen während der Zugfahrt verantwortlich sein sollen.

"Die Fußballchaoten hatten einen Wagen völlig zerlegt und einen weiteren stark beschädigt", heißt es in einer Mitteilung der Polizei Hannover, wo der Zug am frühen Morgen hielt. Zuvor musste der Transport wegen der anhaltenden Gewalt schon drei Stunden in Hamm gestoppt werden. Einer der elf Wagen wurde daraufhin aus Sicherheitsgründen abgekoppelt. Ab Hannover wurde der Sonderzug zusätzlich von extra aus Berlin angereisten Bundespolizisten mit Autos begleitet.

Die Kräfte in Berlin konnten nur noch eingesetzt werden, um Regionalzüge und S-Bahnen vor weiterreisenden Anhängern zu sichern. Zu weiteren Ausschreitungen in Berlin sei es aber nicht mehr gekommen. "Wir gehen davon aus, dass die Hertha-Fans jetzt zu Hause sind", so Meik Gauer, Sprecher der Bundespolizei.