Nachwuchs

Herthas Traum vom Titel daheim ist geplatzt

U 19 verliert DFB-Pokalfinale mit 1:2 gegen SC Freiburg

- In der Nachspielzeit bot sie sich plötzlich doch noch, die Chance auf den Ausgleich. Ziemlich unbedrängt kam Herthas Atakan Yigitoglu im Strafraum an den Ball. Sofort zog er ab, die Zuschauer kreischten bereits - doch sein Gegenüber, Freiburgs Torwart Dominik Bergdorf, lenkte den Ball mit einem sensationellen Reflex um den Pfosten. Die Spieler ließen sich fallen und trommelten mit den Fäusten auf den Boden. Sie wussten: Es war die letzte Möglichkeit, im DFB-Pokalfinale der Junioren noch einmal zurück ins Spiel zu kommen. So verlor Herthas U 19 am Ende ein bisschen unglücklich 1:2 (1:2) gegen den SC Freiburg, der damit seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte. Herthas Nachwuchs dagegen war den Tränen nahe. "Jedem von uns ist jetzt wohl zum Heulen zu Mute", sagte Kapitän Philip Sprint, "wir haben die erste Hälfte verpennt. Zwei Tore waren zu viel, um hinterherzurennen." Trainer Jörg Schwanke gab sich Mühe, seine Enttäuschung zu verbergen: "Kompliment an die Freiburger, sie haben den Titel verdient. Wir haben den Anfang verschlafen und viel zu schnell zwei Tore kassiert."

Tatsächlich kam Hertha nicht gut in die Partie vor 4350 Zuschauern im Amateurstadion, darunter auch zahlreiche Scouts sowie Bundesliga-Trainer. Bereits nach 13 Minuten musste Hertha-Torwart Philip Sprint hinter sich greifen. Freiburgs Daniele Gabriele stieß mustergültig durch die Schnittstelle der Abwehrkette und vollendete sicher. "Das hatten wir extra so geübt, genau so wollten wir es machen", freute sich Freiburgs Trainer Martin Schweizer. Hertha stand unter Schock, nur eine Minute später rutschte Innenverteidiger John Brooks unglücklich weg - und frei war der Weg zum 0:2, wieder durch Gabriele. Mit dem Pausenpfiff traf Maximilian Obst zum Anschlusstreffer.

In der zweiten Hälfte agierte Hertha druckvoller, häufig aber auch ohne zwingende Ideen. "Wir hätten die ein oder andere Aktion abgeklärter zu Ende spielen müssen", sagte der bundesligaerfahrene Nico Schulz, der in der 82. Minute per Freistoß nur die Latte traf. Dennoch dürfte bald die Gewissheit zurückkehren, eine starke Saison gespielt zu haben. Die Leistung im Pokalfinale war ordentlich, außerdem kann Schwankes Team noch Deutscher Meister werden. "Wir brauchen Siege", so der Trainer, "das Finale ist jetzt hoffentlich abgehakt. Die Jungs sind mental so stark, sie können das verarbeiten."

Kapitän Sprint ließ sich indes nicht davon abhalten, von den ganz großen Plänen zu sprechen: "Ich möchte da drüben im Finale spielen", sagte er, und wies mit der Hand in Richtung Olympiastadion. Dort wurde gerade in einem Testlauf die Nationalhymne gespielt, am Abend kämpften Borussia Dortmund und der FC Bayern um den "großen" Pokal.