Eishockey-WM

Deutschland wahrt seine letzte Chance auf das Viertelfinale

Glücklicher 2:1-Sieg bei der Eishockey-WM gegen Dänemark

- Auf der Tribüne war der Glaube nicht mehr besonders stark ausgeprägt. Im deutschen Block herrschte fast Stille, nur ein lang gezogenes "maaaan" durchdrang die verzweifelt wirkende Atmosphäre. Es schien, als würde der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nicht mehr viel gelingen an diesem Tag. Nur der Gegner, die Mannschaft aus Dänemark, spielte, das deutsche Team lief hinterher. Das Viertelfinale der Weltmeisterschaft war so weit weg, dass es am Ende umso erstaunlicher erschien, dass das Ziel nicht schon vorzeitig außer Reichweite geriet. Mit viel Glück konnte die Partie noch gedreht werden, Deutschland gewann 2:1 (0:0, 1:1, 1:0).

Über spielerische Leistung mochte anschließend niemand mehr nachdenken. "Wie wir gewonnen haben, ist doch egal", sagte Alexander Barta, der in Schweden aktive gebürtige Berliner. Immerhin Kampf und Einsatz stimmten gegen besser aufgelegte Dänen. "Spielerisch haben wir keine Akzente setzen können, dafür waren die Dänen zu gut. Aber wir waren gewillt zu gewinnen", fasste Bundestrainer Jakob Kölliker die Partie zusammen.

Das Aufeinandertreffen ließ sich an als ein Duell zweier Mannschaften, die sich den Turnierverlauf anders vorgestellt hatten. Dabei erwischte es die Dänen noch härter als die Deutschen. Die hatten immerhin ihr Auftaktmatch gegen Italien gewonnen, Dänemark aber unterlag den Südländern. Damit standen die Dänen vor dem Spiel mit vier Niederlagen in vier Partien sogar noch mehr unter Druck als Deutschland mit seinen drei Niederlagen.

Der Umgang mit der Situation fiel dem Gruppenletzten zunächst leichter. Den Dänen machte die Aussicht des möglichen Abstiegs offenbar Beine. Bei der deutschen Mannschaft sah es mehr danach aus, als würde sie eine Last mit sich herumtragen. Die bislang trotz der Resultate wenigen schwachen Momente im Turnier häuften sich, das Wissen, mit einer weiteren Niederlage die Chance auf das Viertelfinale zu minimieren, tat den Spielern nicht gut. "Vielleicht waren wir ein bisschen zu ängstlich", sagte der Berliner André Rankel, der nach drei wegen einer Verletzung verpassten Partien wieder mitmachen konnte. Dabei hatte Norwegen am Nachmittag mit einem 3:0 gegen Lettland die Ausgangslage für die DEB-Auswahl verbessert. Doch sie ließ sich durch schnelle Vorstöße der Dänen unter Druck setzen - die gingen durch Morten Green auch in Führung (22.).

Doch es ist nicht das Turnier der Dänen, sie versäumten es, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Auch, weil Torhüter Dennis Endras einen glänzenden Abend erwischte. Einem Überzahlspiel, in dem Kapitän Marcel Goc den Pfosten traf, war es zu verdanken, dass die Mannschaft langsam zu sich fand. "Ab da waren wir nicht mehr so hektisch", sagte Rankel. Es gelang nun, den Puck öfter ins Angriffsdrittel zu bringen und ihn länger dort zu halten. Dennoch kam der Ausgleich von Thomas Greilinger ein wenig überraschend (38.). Aber er setzte noch einmal Kräfte frei, das DEB-Team biss sich in die Partie und schaffte durch Philip Gogulla das 2:1 (49.). Es hält die Hoffnung am Leben, doch die nächste Herausforderung steht unmittelbar bevor. Am Sonntagabend trifft Deutschland auf Norwegen (20.15 Uhr, Sport1). Für den Verlierer dieser Partie wäre dürfte das Viertelfinale nur noch schwer erreichbar sein.