Kommentar

Letzte Chance im "Finale dahoam"

Daniel Stolpe wünscht sich von den Bayern mehr Gier

Ein Stoppschild hatte der FC Bayern München setzen und der neuen Vorherrschaft von Borussia Dortmund endlich mal Einhalt gebieten wollen. Doch was schon in der Bundesliga misslungen ist, misslang auf nationaler Ebene nun ein zweites Mal: Mit bemerkenswerter Lockerheit haben die Dortmunder auch den DFB-Pokal gewonnen - fünf Pflichtspielsiege in Folge gegen die Bayern und das erste Double der Vereinsgeschichte dokumentieren, dass die Borussia für den Moment die klare Nummer eins im Lande ist.

Wie es sich insgesamt verhält, verdeutlicht der Blick auf das Finale der Champions League: Dort spielt der FC Bayern am kommenden Sonnabend gegen Chelsea FC um die Krone Europas. Die Dortmunder waren nach der Vorrunde ausgeschieden. Dieses "Finale dahoam" bedeutet für die Bayern nun Chance und Risiko zugleich. Die Champions League ist der Wettbewerb, den sie in dieser Saison so sehnsüchtig wie nie zuvor gewinnen wollen. Ein Sieg im Endspiel würde - auch bei den Klubbossen um Präsident Uli Hoeneß - den Schmerz der Niederlagen in Meisterschaft und Pokal erträglich machen. Doch was, wenn diese lange Zeit so hoffnungsvolle Saison am Ende gänzlich titellos bliebe?

In der Form von Sonnabend steht ein solches Szenario zu befürchten. Ein Gegenrezept könnte sein, dass die Bayern-Profis die Wut über die Abreibung im Pokalfinale in Gier umwandeln; die Gier, es nun international sich selbst und allen anderen zu beweisen. Dortmund inklusive.