Basketball

Nowitzki und Dallas erleben ein Debakel in der ersten Runde

| Lesedauer: 3 Minuten

Mit gesenktem Kopf schlich der Alleinunterhalter aus dem Scheinwerferlicht.

- Ausgelaugt, ernüchtert und enttäuscht machte sich Dirk Nowitzki auf den langen Weg in die Kabine, den Blickkontakt mit den aus ihren Träumen gerissenen Fans der Dallas Mavericks schenkte sich der Basketballstar. Der Meister ist raus, ein Jahr nach dem ersten Titelgewinn der Vereinsgeschichte hat es die Texaner gleich zum Auftakt des Play-off erwischt. "Wir waren einfach nicht konstant genug, um ein Spitzenteam zu sein", zog Nowitzki Bilanz. Der Titelverteidiger hatte im American Airlines Center auch das vierte Duell gegen Oklahoma City Thunder mit 97:103 und damit die "Best of seven"-Serie mit 0:4 verloren. Die Saison ist für Nowitzki vorbei.

Bis zum Schluss hatte Dallas die vergangene Spielzeit ausgekostet und die Finalserie nach sechs Spielen bei Miami Heat gekrönt. Doch nach dem 12. Juni 2011 bringt auch der 5. Mai 2012 den Mavs einen Eintrag in der NBA-Chronik. Dallas ist erst der fünfte NBA-Champion, dem bei der Titelverteidigung kein Sieg in der Meisterrunde gelang. Zuletzt kassierte Miami im Jahr 2007 als Meister einen so genannten "Sweep" in der Auftaktrunde.

Warum es für die Mavericks in diesem Jahr nicht zu mehr gereicht hat, wurde bei der Abschiedsvorstellung erneut überdeutlich. Nowitzki präsentierte sich wieder einmal stark, erzielte 34 Punkte und war in der heißen Phase der Spieler, über den alles lief. Aber genau hier liegt das Problem. Nowitzki ist viel zu oft ganz auf sich allein gestellt. "Wenn du ein Spitzenteam sein willst, musst du zwei oder drei Spieler haben, die eine Partie herumreißen können. Das liegt auf der Hand. Ich denke, Oklahoma hatte einfach mehr spielerische Waffen als wir", sagte Nowitzki. Der 33-Jährige erzielte im Alleingang die letzten neun Punkte der Mavericks, allerdings fast ausschließlich von der Freiwurflinie. Dallas traf in den letzten 5:47 Minuten kein einziges Mal aus dem Feld. Diesmal reichte sogar eine 13-Punkte-Führung vor dem Schlussviertel nicht aus, um zu gewinnen.

Nowitzki nutzte die schwere Stunde, um sich über die Transferpolitik seines Klubs zu beschweren. "Wir als Spieler waren im Dezember schon darüber enttäuscht, dass die Mannschaft nicht zusammengeblieben ist. So viel steht fest", sagte der Würzburger. Klubbesitzer Mark Cuban hatte sich entschieden, Schlüsselfiguren wie Tyson Chandler, J.J. Barea oder DeShawn Stevenson ziehen zu lassen. Der Meister konnte deshalb nicht mehr mit den Spitzenteams mithalten, jetzt wurde die Quittung serviert. Das Team muss und wird im kommenden Jahr ein neues Gesicht bekommen. Viele Verträge laufen aus, außerdem soll Nowitzki ein weiterer echter Star an die Seite gestellt werden. Als einer der Kandidaten gilt Deron Williams von den New Jersey Nets.

( sid )