Eishockey

Perfekter WM-Auftakt für deutsches Team

In Stockholm schlägt die Eishockey-Auswahl die Italiener mit 3:0 - Sonntag gegen Lettland

- Italien steht nicht im Verdacht, im Eishockey viel leisten zu können. Nicht mal die Liga dort wird wirklich ernst genommen. Und wenn sich die Nationalmannschaft überwiegend aus Spielern dieser Liga speist - nur fünf der bei der Weltmeisterschaft in Finnland und Schweden gemeldeten Südländer spielen im Ausland, nur einer davon erstklassig -, dann darf also auch diesem Team nicht viel zugetraut werden. So gesehen ist der Sieg der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zum Auftakt der WM eine Pflichtübung gewesen, 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Jakob Kölliker durch.

Trotzdem ließe sich nach dem Aufeinandertreffen in Stockholm eine zunächst überraschende Überschrift dazu finden: "Erster WM-Sieg gegen Italien seit 20 Jahren" könnte sie lauten. Was vornehmlich daran liegt, dass Aufsteiger Italien in letzter Zeit nur selten Gegner der deutschen Mannschaft gewesen war. Lediglich fünf Duelle hatte es seit 1992 gegeben, vier Niederlagen und ein Unentschieden, und diese Spiele fielen nicht in die besten Zeiten des DEB.

Inzwischen sind die Kräfteverhältnisse sehr eindeutig, obwohl sich das deutsche Team den Erfolg, bei dem Christoph Schubert (17.), Patrick Reimer (23.) und Christopher Fischer (46.) trafen und für den dritten WM-Auftaktsieg in Folge sorgten, schon erarbeiten musste, waren die drei Punkte nie in Gefahr. "Wir haben uns lange etwas schwer getan. Je länger das Spiel dauerte, desto besser hatten wir es aber im Griff", sagte Kölliker. Italien stand tief in der Defensive, so dass sich dort wenige Räume boten. Dennoch konnte die DEB-Auswahl gut Druck entwickeln.

Die wenigen, gut 1000 Zuschauer der schon am Mittag gestarteten Partie sahen ein sehr einseitiges Spiel. Die deutsche Mannschaft hatte viel Zeit für ihre Spielzüge, da die Italiener kaum nach vorn arbeiteten. Doch genau darin lag auch eine Gefahr. "Immer, wenn wir viel Zeit haben, sind wir anfällig, da machen wir die meisten Fehler", so Kölliker. Dieses Manko aus der Vorbereitung konnte die Mannschaft auch jetzt nicht abstellen, so ging mancher Pass unnötig daneben. Auch im Überzahlspiel war noch vieles verbesserungswürdig, ebenso wurden beste Gelegenheiten bei Alleingängen liegen gelassen. Angesichts der deutlichen Unterlegenheit der Italiener spielte das jedoch keine Rolle, Torhüter Dennis Endras musste nur selten wirklich eingreifen. "Es ist ganz wichtig, auch schwache Spiele zu gewinnen", sagte Bundestrainer Kölliker.

Schon der nächste Gegner wird seinem Team eine ganz andere Aufgabe stellen. Am Sonntag trifft die DEB-Auswahl auf Lettland (20.15 Uhr, Sport1), das deutlich besser ist als die Italiener. Dennoch ist gegen die Letten ein Sieg ebenso Pflicht, soll der vierte Platz in der Gruppe und damit das Viertelfinale erreicht werden. Denn Lettland ist nach Italien der vom Papier her zweitleichteste Gegner. Der freie Tag muss also gut genutzt werden. Womit? "Wir müssen die Scheibe besser laufen lassen", sagte Verteidiger Schubert.