Motorsport

Schelte für Schumacher: "Dummer Idiot"

Paffett gewinnt für Mercedes den DTM-Auftakt in Hockenheim

- Erst machte Ehrengast Michael Schumacher die Show, dann sorgte sein Bruder Ralf für Ärger - und Gary Paffett und Jamie Green für einen britischen Doppelsieg: Mercedes erlebte beim Start in eine neue Ära in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) eine Sternstunde. Der Schwede Mattias Ekström wurde Dritter und bescherte Audi vor 71.000 Zuschauern in Hockenheim noch einen Podestplatz.

Mit einer kleinen Enttäuschung endete das DTM-Comeback von BMW nach 20 Jahren Pause. Der dreimalige Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx war auf Platz sechs der beste Pilot der Münchner. Die prominenten BMW-Neueinkäufe Bruno Spengler (Kanada) und Titelverteidiger Martin Tomczyk (Rosenheim) mussten nach Kollisionen aufgeben. Punkte holten dagegen die beiden ehemaligen Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher - er belegte trotz einer Durchfahrtstrafe den siebten Platz - und David Coulthard (Rang acht/beide Mercedes).

"Das war das hohe C unseres neuen C-Coupes - und dieser Doppelsieg ist der beste Lohn, den alle bekommen konnten. Danke, das war allererste Sahne", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Für Paffett, auch Testfahrer in der Formel 1, war es der 18. DTM-Sieg und bereits der vierte in Hockenheim.

Unter dem Jubel der Fans drehte Rekordweltmeister Michael Schumacher vor dem Start einige Demo-Runden im Formel-1-Auto von Mercedes. Dann aber wurde es für die DTM-Piloten ernst. Ekström behauptete beim Start die Poleposition vor Green. Als sich Ekström verbremste, nutzte Green die Chance und setzte sich an die Spitze. Noch vor der Halbzeit übernahm sein Teamkollege Paffett nach einem packenden Rad-an-Rad-Duell die Führung.

Für Vize-Meister Bruno Spengler war das erste Rennen für seinen neuen Arbeitgeber BMW schon nach drei Runden beendet. Nach einer von Ralf Schumacher verschuldeten Kollision flog die Motorhaube am Auto des Kanadiers in hohem Bogen durch die Luft. Spengler fuhr zwar an die Box zurück, doch der Schaden war nicht mehr zu beheben. Entsprechend sauer war Spengler auf Schumacher. "Ralf hat 50 Meter zu spät gebremst, so ein dummer Idiot. Von einem ehemaligen Formel-1-Fahrer hätte ich eigentlich etwas Schlaueres erwartet", sagte der sonst so zurückhaltend freundliche Kanadier sichtlich aufgebracht.

Nur drei Runden später der nächste Schock für die Bayern: Nach Spengler musste auch Tomczyk aufgeben. "Ich habe überall einen Stoß bekommen. Das Auto war nicht mehr fahrbar. Vielleicht war jeder ein bisschen übermotiviert", sagte der amtierende Meister, den BMW von Audi abgeworben hatte, nach seiner unfreiwilligen Nullnummer.