Großer Preis von Spanien

Motorrad-WM: Cortese auf dem Treppchen

Bradl überholt Ex-Champion Hayden auf der Zielgeraden

- Stefan Bradl hat beim Großen Preis von Spanien einen erfreulichen siebten Platz belegt und im ersten Europarennen der Saison 2012 ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Der Klassen-Neuling sorgte in Jerez mit einer starken Vorstellung für die beste Platzierung, die jemals ein deutscher Pilot in der MotoGP erreicht hat. Beim Weltmeisterschafts-Auftakt in Katar hatte der Moto2-Weltmeister des Jahres 2011 mit seiner Honda bereits als Achter überzeugt.

"Ich habe versucht, mich aus allen kritischen Situationen herauszuhalten. Das Motorrad lief einwandfrei. Dass ich auf der Ziegeraden noch an Nicky Hayden vorbeigekommen bin, war der Hammer", ließ sich der 22 Jahre alte Zahlinger seine Freude deutlich anmerken.

Platz eins beim zweiten WM-Lauf der Königsklasse ging an Weltmeister Casey Stoner. Der Australier gewann mit seiner Honda vor Lokalmatador Jorge Lorenzo, der bei seinem Heimrennen in den vergangenen beiden Jahren triumphiert hatte. Der dritte Rang ging an Stoners Honda-Teamkollegen Dani Pedrosa. Der Spanier beschenkte sich beim 100. MotoGP-Start selbst mit einem Podiumsplatz.

Superstar Valentino Rossi aus Italien erlebte bei seinem 200. MotoGP-Start eine weitere Enttäuschung. Mit seiner Ducati kam der neunmalige Weltmeister nicht über den neunten Platz hinaus.

Insgesamt zufrieden konnte Sandro Cortese sein, auch wenn er nach Rennende in der Klasse Moto3 zunächst ein wenig ärgerlich den Kopf schüttelte. Mit Platz drei vor gut 200.000 Zuschauern hatte der Moto3-Pilot wie schon beim WM-Auftakt in Doha nur sein Minimalziel Podium erreicht, er wollte eigentlich mehr. "Schade, dass es nicht für den Sieg gereicht hat. Aber der wird noch kommen, da bin ich mir ganz sicher", sagte der Berkheimer, der aber bei der anschließenden Champagnerdusche auf dem Siegerpodest wieder lachen konnte. Denn im Gegensatz zum erst 16-jährigen Überraschungssieger Romani Fenati (Ioda) aus Italien bekam Cortese wie der zweitplatzierte Spanier Luis Salom (KTM) eine Magnumflasche des edlen Tropfens überreicht - was bei den beiden für viel Spaß in Bezug auf die Grid-Girls, traditioneller Blickfang auf dem Podest, sorgte.

Max Neukirchner (28) musste die nächste Enttäuschung verkraften. Der Stollberger schied nach der Hälfte der Renndistanz aus und wartet damit in der Moto2 weiter auf den ersten WM-Punkt der Saison. Beim Auftakt in Katar hatte der Honda-Pilot, im Kiefer-Team Nachfolger von Bradl, nach einem technischen Defekt nur den letzten Platz belegt.