Marko Marin

London calling: "Chelsea ist mein Traumverein"

Marko Marin (23) wechselt von Bremen nach England

- Von der Ersatzbank von Werder Bremen zum Champions-League-Finalisten an die Stamford Bridge: Für Bremens Fußball-Nationalspieler Marko Marin ist durch den Transfer zum Roman-Abramowitsch-Klub FC Chelsea ab der kommenden Saison ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Für geschätzt acht Millionen Euro Ablöse wechselt der 23-Jährige nach London. "Chelsea ist mein Traumverein. Ich bin glücklich darüber, dass ich die Chance bekomme. Es ist eine Herausforderung für mich", sagte Marin. Doch in der Fußballbranche überwog eher die Skepsis, ob sich Marin im Starensemble der Blues durchsetzen kann.

Chelseas Trainer Roberto Di Matteo dagegen lobte den Zugang. "Er ist ein aufregender Spieler, ein junger deutscher Nationalspieler, und er ist technisch sehr gut und begabt", sagte Di Matteo über seinen Überraschungstransfer.

Als Klaus Allofs bereits vor der Begegnung in Wolfsburg in der Mixed-Zone vor die versammelten Journalisten trat, war klar, dass etwas Ungewöhnliches passiert sein musste. "Ich komme mir vor, als wäre das Spiel schon vorbei", sagte der Werder-Geschäftsführer im Scherz. Der Klub-Chef bestätigte den Marin-Wechsel, dem etwas Sensationelles inne wohnt.

Chelsea ist immerhin ein europäischer Topklub, Gegner Bayern Münchens am 19. Mai im Finale der Champions League und einer der "Big Four" des englischen Fußballs. Und Marin? Der hatte zuletzt in Bremen alles andere als überzeugt und war nicht mehr über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinausgekommen. Auch in den Planungen von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine spielt der 23-Jährige derzeit keine Rolle. Sein letztes Länderspiel absolvierte er am17. November 2010 beim 0:0 in Schweden.

"Sicherlich haben finanzielle Erwägungen in unserer Situation eine Rolle gespielt" sagte Allofs: "Ein Grund ist aber auch unsere sportliche Entwicklung. Wir können jetzt etwas anderes machen." Vor allem finanziell. Allofs hatte 8,5 Millionen Euro im Sommer 2009 an Borussia Mönchengladbach überwiesen, als Marin von den "Fohlen" an die Weser gewechselt war.

Bei seinem Wechsel nach Bremen war Marin einer der begehrtesten deutschen Spieler gewesen. Und die Hanseaten wollten mit der Investition seinen erfolgreichen Weg weitergehen. Doch Marin erfüllte die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht. In 87 Bundesligaeinsätzen für die Grün-Weißen erzielte er acht Tore, zog durch seine angebliche Fallsucht auch viel Kritik auf sich. Seine Leistung stagnierte, Marin droht das Prädikat "ewiges Talent" verliehen zu bekommen.

"Er ist in eine Zeit des Umbruchs hineingekommen. Die Gesamtsituation bei Werder hat es für ihn nicht einfacher gemacht", sagte Allofs. Doch der Wechsel Marins steht sinnbildlich für die schwierige Situation, vor der die Bremer stehen. Tim Wieses Abgang steht bereits fest, auch Claudio Pizarro und Innenverteidiger Naldo könnten noch gehen. Der Verein steht vor einem großen Umbruch.