Fußball

Köln bewirbt sich für die Zweite Liga

FC verliert 1:4 in Freiburg und bleibt im Fernduell mit Hertha BSC

- Der 1. FC Köln hat einen weiteren schweren Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib erlitten. Nach dem 1:4 (0:1) beim SC Freiburg kann sich der Tabellen-16. nur noch über die Relegation in der Fußball-Bundesliga halten, sogar der direkte Abstieg ist noch möglich. Mensur Mujdza mit seinem ersten Saisontor (36. Minute) nach einem groben Schnitzer von Kölns Keeper Michael Rensing. Karim Guédé (54.), Daniel Caligiuri (84.) und Sebastian Freis (90.+1) waren für die Badener erfolgreich. Nationalstürmer Lukas Podolski glückte nur der kurzfristige Ausgleich (47.). Damit kommt es am letzten Spieltag zum Fernduell mit Hertha BSC. Köln spielt zu Hause gegen den FC Bayern München und darf dort aus Berliner Sicht höchstens einen Punkt gewinnen.

"Wir haben nach wie vor die Situation, dass wir nächste Woche ein Endspiel haben", sagte Kölns Trainer Frank Schaefer, "Wir haben es nach wie vor in der eigenen Hand. Und es wird nach wie vor so sein, dass wir auch nach diesem Spiel keinesfalls die Flinte ins Korn werfen."

Zumindest musikalisch gab es ein Top-Ereignis vor dem Anpfiff. Bei traumhaftem Sommerwetter spielte das Sinfonieorchester des SWR den Fußball-Klassiker "You never walk alone". Sportlich ging es dann eher durchschnittlich zu. Freiburg fehlte angesichts des feststehenden Klassenerhalts offensichtlich etwas der Biss, um das Letzte aus sich herauszuholen. Köln war der Druck des Unbedingt-Gewinnen-Müssens deutlich anzumerken. Der Drittletzte bemühte sich zwar, zwingende Aktionen waren zunächst aber kaum zu sehen. "Die Freiburger waren uns heute läuferischen Bereich überlegen. Wir konnten nach einer gewissen Zeit konditionell nicht mehr mithalten", analysierte Sascha Riether.

Podolski-Tor zum Ausgleich

Auch Podolski konnte dem Spiel seiner Mannschaft im ersten Durchgang nicht seinen Stempel aufdrücken. Der Nationalspieler war jedoch durch einen Nasennebenhöhleninfekt und eine leichte Mittelohrentzündung gehandicapt. Immerhin leitete Podolski die wenigen nennenswerten Chancen des FC als Vorlagengeber ein. Miso Brecko verpasste bei der besten Möglichkeit mit einem Kopfball jedoch knapp das Tor (42.). Zuvor hatte Martin Lanig nach einer Ecke ebenfalls knapp vorbeigeköpft (16.). Der Sportclub profitierte bei seiner Führung von einem dicken Patzer Rensings. Der Keeper ließ den eher harmlosen Schuss von Mujdza unter dem Körper durchrutschen. Direkt nach dem Seitenwechsel unterstrich Podolski, wie wichtig er für Köln ist. Dynamisch setzte er sich durch und erzielte mit seinem 18. Saisontor den Ausgleich. Danach ging ein Ruck durch beide Mannschaften. Plötzlich waren Zug, Tempo und Torszenen zu sehen. Jan Rosenthal traf nur den Pfosten (53.). Gut 60 Sekunden später erzielte Guédé die verdiente 2:1-Führung. Die Freiburger übernahmen nun wieder stärker das Kommando; Köln war vorübergehend geschockt. Aber das Team von Trainer Frank Schaefer wehrte sich: Podolski verzog nach Rosenthals Fehler nur knapp (71.). Auf der Gegenseite verpasste Erik Jendrisek das 3:1. Dies glückte dann dem starken Caligiuri mit einem gefühlvollen Schlenzer (84.). Die Gäste zeigten inzwischen Auflösungserscheinungen und Freis setzte den Schlusspunkt zum 4:1 in der Nachspielzeit.