Klassenerhalt

Der HSV kann sein 50. Bundesligajahr in Angriff nehmen

Torlos gegen Mainz, aber den Klassenerhalt geschafft

- Der Hamburger SV kann auch im Jahr seines 125-jährigen Vereinsjubiläums an der kommenden 50. Bundesligasaison teilnehmen. Das 0:0 gegen den FSV Mainz reichte aus, offenbarte alle Probleme des HSV in dieser Saison, bedeutete aber das ersehnte Happy End für das einzige nie abgestiegene Gründungsmitglied der Bundesliga. "Ich freue mich über dieses 0:0, wir haben den Klassenerhalt geschafft, das ist heute alles, was zählt", sagte Trainer Thorsten Fink.

Mit nüchternen Analysen hielt sich in Hamburg niemand auf, die Erleichterung mündete schnell in Euphorie. "Die Stimmung ist jetzt natürlich emotional, wir sind gerettet", sagte Kapitän Heiko Westermann, "aber wir alle wissen, dass es so im nächsten Jahr nicht weitergeht." Vor allem der Abschied von David Jarolim und Mladen Petric setzte die Emotionen frei. Beide trugen ihre Töchter auf den Armen und selbstproduzierte T-Shirts am Körper, auf denen sie den Fans für "die geile Zeit" (Petric) und die "tolle Unterstützung" (Jarolim) dankten.

Vor allem Jarolim, der dem HSV neun Jahre lang treue Dienste geleistet hatte, wurde bei seiner Auswechslung in der 88. Minute gefeiert. Aber auch Petric, der nach vier Jahren Abschied nimmt, lauschte mit Tränen in den Augen den Sprechchören. "Ich bin sehr froh, dass wir es geschafft haben, beiden einen würdigen Rahmen für den Abschied zu schaffen", sagte HSV-Boss Carl Jarchow.

Die Voraussetzungen für die "Nicht-Abstiegsparty" waren glänzend. Strahlender Sonnenschein, die Unterstützung durch die Fans in dem mit 56.000 Zuschauern praktisch ausverkauften Stadion, und dann kehrte nach sieben Wochen Rotsperre auch noch Torjäger Paolo Guerrero in die Hamburger Startelf zurück. Aber all das nützte der Elf von Fink wenig. Die Abstiegsangst lähmte offensichtlich die Aktionen. Allein Torwart Sven Neuhaus hatte es der HSV zu verdanken, dass die Mainzer nicht in Führung gingen. Die Gastgeber beschränkten sich weitgehend darauf, bloß kein Gegentor zu kassieren, im Angriff lief wenig. Angegriffen wird erst wieder in der nächsten Saison. Immerhin in der Bundesliga.