Basketball

Alba holt sich Selbstbewusstsein für das Play-off

Berliner Basketballer im Viertelfinale gegen Würzburg

- Rein rechnerisch hatte der 79:64 (36:34)-Sieg Alba Berlins gegen die Phantoms Braunschweig am letzten Hauptrundenspieltag der Basketball-Bundesliga keine Bedeutung mehr für das am kommenden Wochenende beginnende Play-off. Da Ulm gleichzeitig gegen Würzburg gewann, gehen die Berliner als Dritte ins Viertelfinale und haben Heimrecht gegen den Sechsten in der "Best of five"-Serie, die Baskets Würzburg. Spiel eins steigt kommenden Sonntag (18 Uhr) in der O2 World. Psychologisch allerdings war dieser 26. Sieg im 34. Spiel schon wichtig, denn mit einer Niederlage in den Kampf um die Meisterschaft zu starten, wäre kaum wünschenswert gewesen. Zumal sich die Berliner gegen den Aufsteiger bislang schwer taten, in Franken am 2. Januar ein 65:84 kassierten, dann aber Mitte März 81:73 zu Hause gewannen.

Albas Spielmacher Heiko Schaffartzik fand auch, dass der Sieg "nicht so wichtig war", eher "dass wir uns für die Niederlage zuletzt in Bamberg rehabilitiert haben". Gegen Würzburg werde es "sehr schwer. Wir müssen uns gut vorbereiten, dann können wir sie schlagen".

Alba startete gestern bissiger, wacher und gedankenschneller als die Gäste, die zum einen nicht trafen, sich zum anderen auch mehrere Ballverluste leisteten. Die Berliner führten 6:0, dann 14:6 (8.), aber kaum jemand in der O2 World glaubte, dass es so weitergehen würde. Die Erinnerung an den letzten Besuch der Phantoms Mitte Februar war noch zu präsent, als Alba gegen Braunschweig mit 89:95 nach Verlängerung die letzte Heimniederlage schlucken musste - und dadurch aus dem Pokalwettbewerb ausschied.

Idbihi und Schaffartzik treffsicher

Es kam also nicht unerwartet, dass sich das Team von Ex-Alba-Spieler Sebastian Machowski fing und in die Partie hineinbiss. Schließlich war auch Braunschweig schon fürs Play-off qualifiziert und wollte sich in Berlin Selbstvertrauen holen. Immanuel McElroy, vergangene Saison noch Publikumsliebling in Berlin, eröffnete die Genesung mit einem Dreier, wenig später führte Alba trotz einiger gelungener Aktionen von Kyle Weaver nur noch 21:18 (11.). Schaffartzik und Yassin Idbihi hielten die Gäste vorerst auf Distanz. Nach Idbihis Drei-Punkte-Spiel zum 27:21 (14.) schmolz der Vorsprung aber weiter zusammen. Jetzt verlor Alba öfter den Ball, und in der Verteidigung bekam man Nick Schneiders nicht in den Griff. Schneiders misst 2,21 Meter und rammte in den nächsten drei Minuten vier Dunkings durch den Berliner Korb. Zur Halbzeit führten die Hausherren nur 36:34.

Im zweiten Durchgang setzte sich Alba durch Weaver, DaShaun Wood und Idbihi erneut ab (47:39). Diesmal blieb das Spiel der Berliner stabiler. Gefahr drohte lediglich beim 54:52 (31.), dann aber sorgte Schaffartzik, der mit 16 Punkten hinter seinem Kumpel Idbihi (18) zweitbester Berliner Werfer war, für klare Verhältnisse. Nach seinen acht Punkten in Folge hieß es 65:56 (35.). Der Widerstand war gebrochen. Marko Simonovic und Sven Schultze machten das Ergebnis mit ihren Dreiern zum Ende überdeutlich.

"Wir haben am Ende gut verteidigt und gefightet", sagte Idbihi, der auch noch zwölf Rebounds holte. "Ab nächster Woche müssen wir aber noch eine Schippe drauflegen, Würzburg ist der härteste Brocken, den wir in der ersten Runde bekommen konnten."