Personalien

"Es ist Zeit für mich zu gehen"

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Erfolgstrainer Pep Guardiola verlässt den FC Barcelona am Saisonende

- Pep Guardiola war nicht mehr umzustimmen. Verzweifelt hatten die Klub-Bosse des FC Barcelona versucht, das Unheil in einem mehrstündigen Gespräch abzuwenden und ihren Erfolgstrainer von einer Entscheidung abzubringen, die den katalanischen Traditionsklub nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League und der wohl verpassten Meisterschaft in noch tiefere Depressionen stürzen würde. Vergebens. Guardiola, der Förderer von Barcas gefürchtetem Offensiv-Fußball, der Publikumsliebling und Ziehvater von Weltfußballer Lionel Messi, wird seinen auslaufenden Vertrag in Barcelona nicht verlängern und den Klub am Saisonende verlassen. Es ist das Ende einer spektakulären Ära.

"Vier Jahre als Trainer bei Barca sind eine Ewigkeit. Es waren vier Jahre mit großer Belastung, die an die Substanz gegangen sind. Ich fühle mich ausgebrannt und werde jetzt einen Gang zurückschalten, um den Akku wieder aufzuladen", sagte Guardiola am Freitag: "Das ist keine einfache Entscheidung, aber es ist Zeit für mich zu gehen."

2008 hatte Guardiola das Amt bei einem der populärsten Klubs der Welt vom Niederländer Frank Rijkaard übernommen - und sich seither mit 13 Titeln und vor allem der Art, wie er Fußball zelebrieren ließ, unsterblich gemacht. "Wir werden dem besten Trainer in der Geschichte dieses Klubs ewig dankbar sein", sagte Barcelonas Präsident Sandro Rosell. Guardiolas System werde immer als das "System Pep" in Erinnerung bleiben.

Der 41-jährige Guardiola, der der klubeigenen Talentschmiede La Masia entstammt, hatte dem Team seine Philosophie vom auf Ballbesitz ausgerichteten schnellen Kombinations-Fußball eingeimpft. Den "besten Coach der Welt" nannte ihn Messi, als "Fußballkranken" titulierte ihn Mittelfeldspieler Xavi.

Zuletzt war jedoch Unruhe in die sonst so heile Barca-Welt eingezogen. Nicht nur, dass die erfolgsverwöhnten Katalanen die wichtigen Titel in diesem Jahr verpassen werden. Auch das Verhältnis zwischen Guardiola und Abwehrspieler Gerard Piqué soll angespannt gewesen sein. "Da hat er sich vielleicht gesagt: Jetzt ist es genug", sagte Bayern-Trainer und Spanien-Kenner Jupp Heynckes, "da muss man auch mal Abstand nehmen."

Das schwere Erbe Guardiolas soll nun überraschend Co-Trainer Tito Vilanova antreten. Guardiola sieht damit die Kontinuität gewährleistet: "Von ihm kann man nur das Beste erwarten. Der Klub hat die beste Wahl getroffen. Er ist ein sehr fähiger Trainer, nicht nur weil er mir so sehr geholfen hat. Ich habe nur unseren gemeinsamen Ideen die Stimme gegeben. Außerdem kennen ihn die Spieler." Mit seiner schnellen Beförderung bleiben den Klub-Offiziellen zumindest schlagzeilenträchtige Spekulationen erspart.

( BM )