Gewalt

Kölner Chaoten brechen Kadlec das Nasenbein

Leverkusener Profi vor Disko beschimpft und geschlagen

- Die berüchtigten Hooligans des 1. FC Köln haben ihren Verein mit einer neuerlichen Gewalttat weiter in Verruf gebracht. Nach zwei Attacken auf Fanbusse von Borussia Mönchengladbach lauerten zwei Chaoten Sonnabendnacht dem Tschechen Michal Kadlec vom rheinischen Rivalen Bayer Leverkusen vor einer Diskothek auf und brachen ihm unter Beschimpfungen brutal das Nasenbein. Die Kölner Polizei bestätigte einen entsprechenden Bericht des Kölner "Express".

"Ich war perplex. Meine Nase hat sofort stark geblutet, und meine Freundin war geschockt. Die Männer hatten sich als FC-Fans zu erkennen gegeben, mich kurz beleidigt. Und dann spürte ich schon einen heftigen Schlag. So etwas hatte ich noch nie erlebt, weder in Köln noch in meiner Heimat Tschechien", sagte Kadlec, der mit seiner Freundin und einigen Teamkollegen die Disko auf den Kölner Ringen nach dem 1:0 bei 1899 Hoffenheim besucht hatte. Bruno Ethen, Dienstgruppenleiter der Kölner Polizei, sagte, "dass zwei Männer den Spieler angegriffen und diesem die Nase gebrochen haben". Zwei Männer, die als "Gewalttäter Sport" einschlägig bekannt waren, wurden laut "Express" als Täter ermittelt.

Mit Maske gegen Hannover

Im Krankenhaus der Augustinerinnen war bei Kadlec am Sonntagmorgen ein Nasenbeinbruch festgestellt worden. Am Montag soll er in Köln operiert werden. "Ich möchte trotzdem gegen Hannover mit einer Gesichtsmaske spielen - wenn es irgendwie geht", sagte der 27-Jährige. Bayers Mediendirektor Meinolf Sprink war angesichts der "Sinnlosigkeit der Gewalt" fassungslos. "Wo sind wir eigentlich? Es ist nicht akzeptabel, dass ein unbescholtener Mensch mit seiner Freundin eine Disko verlässt und dann eins auf die Nase bekommt, und das von Wildfremden", sagte Sprink. Das habe "mit dem 1. FC Köln gar nichts zu tun. Diese Leute sind dort sicher auch nicht gern gesehen."

FC-Hooligans hatten nach dem Derby in Mönchengladbach (0:3) am 15. April erneut einen Fanbus mit Anhängern des Erzrivalen angegriffen. Der Bus eines belgischen Fanklubs wurde von zwei Fahrzeugen ausgebremst und dann von vermummten belgischen Köln-Fans mit bengalischen Feuern und Steinen attackiert. Schon Anfang März hatten mehrere Fahrzeuge mit gewaltbereiten Kölner Anhängern versucht, einen Bus mit Gladbach-Fans abzudrängen und auszubremsen.