Kommentar

Dem Mutigen gehört die Welt

Dietmar Wenck über den Erfolg der BR Volleys

Man hätte auch resignieren können angesichts der riesigen Konkurrenz in der Stadt. Vom alles beherrschenden Fußball einmal abgesehen, hat die Sportmetropole Berlin schließlich mit Alba, Eisbären und Füchsen weitere Spitzenteams in Toparenen am Start, die schon lange Zuschauerzahlen erreichen, von denen in anderen europäischen Ländern nur geträumt wird. Wo sollte da noch Platz sein für Volleyball?

Doch die BR Volleys ergaben sich nicht in ihr Schicksal, sondern gingen ebenfalls in die Offensive. Zogen von der altbackenen Sömmering- in die moderne und viel größere Schmeling-Halle. Machten aus Volleyballspielen einen Event mit Tschingdarassabum. Waren bereit, ihren Namen zu ändern und zogen damit nicht nur einen potenten Sponsor an Land. Jetzt sind sie beinahe selbst erschrocken, welche Begeisterung sie entfacht haben. Durchschnittlich über 4000 Fans beim Volleyball in Berlin – das hätte in so kurzer Zeit niemand für möglich gehalten.

Diese Entwicklung kann sogar erst der Anfang sein. Denn noch mehr als Sport lieben die Berliner Fans nur sportlichen Erfolg, der ihnen im Fußball nun einmal nicht vergönnt ist. So wie die aufstrebenden Füchse sich neben den mit reichlich Meisterschaften dekorierten Basketballern von Alba und Eisbären fast problemlos etabliert haben, schickt sich nun der nächste Klub an, dies zu schaffen. Der Titel und das damit verdiente Startrecht in der Champions League sind beste Argumente, weitere Zuschauer anzulocken. Und für Topspieler wird Berlin damit auch noch attraktiver. Dem Mutigen gehört die Welt. Gerade im Sport.