Kriminalität

Handball-Prozess um Kieler Betrug soll neu aufgerollt werden

Der Prozess gegen das ehemalige Erfolgsduo des THW Kiel, Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic, geht in die Verlängerung.

- Nach Informationen des NDR hat die Kieler Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Knackpunkt bei der Prüfung des Urteils durch den Oberstaatsanwalt Axel Goos soll die Beweiswürdigung des Landgerichts sein.

Das Kieler Gericht hatte die beiden Angeklagten Ende Januar freigesprochen, wenn auch mit Zweifeln an ihrer Unschuld. Der ehemalige Manager Schwenker und der frühere Trainer Serdarusic mussten sich wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr und wegen Betrugs verantworten. Ihnen wurde vorgeworfen, beim Champions- League-Erfolg 2007 die Schiedsrichter manipuliert zu haben.

Die Prozess-Unterlagen werden jetzt an den Bundesgerichtshof (BGH) weitergeleitet. Dort überprüft ein Strafsenat den Richterspruch ausschließlich auf mögliche Rechtsfehler. Eine solche Prüfung dauert üblicherweise drei bis sechs Monate. Zu einer Wiederholung des Prozesses kommt es allerdings nur, sollte der BGH Fehler entdecken. Ansonsten würde der Bundesgerichtshof die Freisprüche für Schwenker und Serdarusic bestätigen und das Urteil wäre rechtskräftig.

"Das kommt einem sportlichen Berufsverbot gleich", sagte Schwenker den "Kieler Nachrichten". Angeblich steht der 53-Jährige mit drei Bundesligisten in Verhandlungen über ein Engagement.

( dpa )