Volleyball

BR Volleys bitten zum letzten Mal in ihren Tempel

Finalgegner Haching kann in Berlin heute Meister werden

- Keine Hertha, keine Eisbären, kein Alba, und auch die Füchse spielen erst am darauffolgenden Tag - die Berliner Bühne ist also frei für die BR Volleys. Sie liegen im Finale gegen Generali Haching nach Siegen mit 1:2 zurück und werden heute (19.30 Uhr) alles geben, in der Best-of-five-Serie ein fünftes und entscheidendes Spiel zu erzwingen.

Der Berliner Klub hatte nach seiner Umbenennung vom SCC in BR Volleys und dem endgültigen Umzug nach Prenzlauer Berg die Schmeling-Halle halb visionär, halb hoffend zum Volleyball-Tempel ernannt. Diesem Anspruch werden die Volleys zusammen mit ihren Fans längst gerecht. Ganz Volleyball-Europa blickt staunend und voller Lob nach Berlin: 3925 Zuschauer kamen im Schnitt zu den Spielen der Hauptrunde, im Play off waren es gegen Friedrichshafen erst 7042, zuletzt gegen Haching 6385 - auch heute Abend darf sich das Team von Mark Lebedew wieder einer lautstarken Unterstützung sicher sein. Denn, egal, wie die Partie ausgeht, es wird das letzte Heimspiel dieser Saison sein. "Es ist toll zu sehen, wie viele Leute hinter uns stehen", freut sich Außenangreifer Björn Höhne. Der 21-Jährige entstammt dem eigenen Nachwuchs und hatte aufgrund der Verletzungsprobleme seines Teams in den vergangenen Spielen wachsenden Anteil am Erfolg der Volleys. "In unserer Arena zu spielen, ist für uns alle etwas ganz Besonderes", sagt er. "Gemeinsam mit unseren Fans wollen wir ein letztes Mal vor der langen Sommerpause einen denkwürdigen Abend erleben."

Volleys laufen auf dem Zahnfleisch

Der mit einem Sieg enden muss, wollen sich die Volleys die Chance erhalten, den Aufbruch zu neuen Ufern in dieser Saison mit dem ersten Titel seit 2004 zu krönen. Sonst wird es für die Hachinger ein vielleicht noch denkwürdigerer Abend, denn sie waren noch nie Meister. Die 20 Kilo schwere Meisterschale liegt heute im Tempel jedenfalls bereit.

Sollte sie heute tatsächlich vergeben werden, hat das Verletzungspech der Berliner sicherlich entscheidenden Anteil daran. Urpo Sivula fällt aus. Kawika Shoji, Scott Touzinsky, Martin Krystof und Paul Carroll kommen sozusagen direkt aus dem Sprechzimmer des Mannschaftsarztes Oliver Miltner aufs Spielfeld. "Wir laufen auf dem Zahnfleisch, aber wir sind ein Team, das kämpft", sagt Zuspieler Shoji, der sich im zweiten Finalspiel ein Band im Sprunggelenk anriss. Sein Coach weiß, dass das Team "genauso konzentriert und aggressiv spielen wird, wie in den letzten beiden Duellen", wenn es ein fünftes Spiel erzwingen will. "Das wird nicht nur für uns, sondern auch für Haching das schwierigste Spiel der Saison", sagt Lebedew: "Der Druck ist für beide Mannschaften enorm hoch, beide werden ihre Bestleistung abrufen müssen, um die Partie für sich zu entscheiden."

Wer es heute nicht in den Tempel schafft, kann das Spiel der Spiele unter www.berlin-recycling.de ab 19.15 Uhr live im Internet verfolgen. Auch damit setzen die Volleys in der Liga Maßstäbe - jetzt fehlt nur noch der Titel.