Fußball

Teroddes Liebeserklärung an den 1. FC Union

Neuer Vertrag motiviert den Stürmer, Fans randalieren

- Als Matchwinner wollte sich Simon Terodde nicht feiern lassen. Sicher, der Stürmer vom 1. FC Union hatte beim 1:0-Erfolg der Köpenicker gegen Eintracht Braunschweig am Freitag das sehenswerte Tor des Tages erzielt und damit maßgeblichen Anteil daran gehabt, dass sein Team Platz sieben in der zweiten Liga festigte. Doch den Lorbeer, davon war Terodde überzeugt, hatten sich andere verdient. Sein Dank galt den zahlreichen Union-Anhängern, die besonders in der schwierigen zweiten Halbzeit lautstark mithalfen, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Simon Terodde verpackte seine Anerkennung in eine wahre Liebeserklärung.

"Dieser Verein und diese Fans sind unglaublich. In der zweiten Halbzeit waren wir stehend K.o., aber es gab kein Raunen von den Fans. So etwas gibt es nur hier bei Union. Wir haben mit zwölf Mann gespielt", sagte Terodde: "Ich bin froh, dass ich hier langfristig unterschreiben konnte." Erst am vergangenen Montag hatte Terodde - bis dahin Leihspieler vom abstiegsbedrohtem Bundesligisten 1. FC Köln - einen Kontrakt bis 2015 unterzeichnet. Gegen Braunschweig gelang dem 24-Jährigen nun sein Premieren-Treffer als echter "Eiserner". Die Vorzeichen, dass es der Auftakt einer vielversprechenden und glücklichen Partnerschaft für beide Seiten war, stehen gut.

Elegantes Tor, Lob vom Coach

"Ich bin überzeugt, dass ihm die feste Verpflichtung noch mehr Sicherheit gibt", sagte Trainer Uwe Neuhaus über Unions besten Schützen der Rückrunde, der gegen Braunschweig sein siebtes Saisontor erzielte und damit im internen Ranking mit dem bislang führenden Brasilianer Silvio gleichzog. Nach einem flachen Pass von Ede hatte sich Terodde im Fünfmeterraum elegant um die eigene Achse gedreht und trocken zur verdienten Führung getroffen (30.). Neuhaus: "Wie er das gemacht hat, war sensationell."

Dabei war lange Zeit nicht absehbar, wohin Teroddes Weg an der Alten Försterei führen würde. Nach überzeugender Saisonvorbereitung zog sich der gebürtige Bocholter einen Innenbandanriss im Knie zu, der ihn wochenlang außer Gefecht setzte. "Da fängt der Kopf an zu arbeiten. Er ist noch kein ausgereifter Spieler, der diese Situationen schon 100-mal erlebt hat", sagte Neuhaus. Doch Terodde, der sich bei seinen bisherigen Stationen in Duisburg, Düsseldorf und Köln nicht hatte durchsetzen können, steckte den Rückschlag überraschend gut weg - und ist spätestens seit der Rückrunde nicht mehr aus der ersten Elf wegzudenken. Dennoch sieht Neuhaus nach wie vor Steigerungspotenzial. "Er arbeitet viel und versucht auch gut vorzubereiten. Aber es fehlt die allerletzte Genauigkeit in den Pässen. Er hat ja aber noch ein relativ bescheidenes Alter, er kann und wird dazulernen", sagte der 52-Jährige, der lachend hinzufügte: "Nur an seiner Torquote, da muss er dringend dran arbeiten."

Tatsächlich fehlt Terodde vor dem Tor oft noch die nötige Kaltschnäuzigkeit, zu häufig lässt er auch beste Gelegenheiten aus. Im Gastspiel beim FC St. Pauli am vergangenen Dienstag etwa lag ihm die frühzeitige Führung vor dem Fuß, gegen Braunschweig versagten Terodde in den Schlussminuten freistehend aus elf Metern die Nerven. In den Planspielen von Trainer Neuhaus für die kommende Spielzeit ist Terodde nichtsdestotrotz eine der entscheidenden Personalien. Terodde, vielleicht sogar ein Mann für 15 Tore? "Ich traue ihm das durchaus zu. Aber das hängt von vielen Faktoren ab", sagte Neuhaus. Der nächste Schritt sei zunächst, die guten Ansätze aus der laufenden Spielzeit zu bestätigen. Die gute Leistung auf den Rängen konnten einige Union-Anhänger dagegen nicht bestätigen. Bei Auseinandersetzungen zwischen rund 300 Fans und der Polizei wurden drei Beamte leicht verletzt. Nach dem Spiel sollen die Angreifer mit Fahnenstangen nach den Polizisten geschlagen und eine Gehwegplatte nach ihnen geworfen haben. Auch ein Polizeifahrzeug wurde beschädigt.