Endspurt

Saisonziel erreicht: Nun will Union Ostmeister werden

Tabellensiebter empfängt heute Neuling Braunschweig

- Um die Alte Försterei müsste eigentlich Entspannung angesagt sein. Die anvisierte einstellige Platzierung ist Union Berlin praktisch nicht mehr zu nehmen, mit 42 Zählern liegt man vor dem anstehenden Saisonendspurt der zweiten Liga als Tabellensiebter jenseits von Gut und Böse. Selbst ärgerliche Niederlagen in der Schlussminute wie am Dienstag im Gastspiel beim FC St. Pauli (1:2) sind da deutlich einfacher zu ertragen.

Eigentlich - davon ist auszugehen - weiß das auch Unions Trainer Uwe Neuhaus. Es sich aber angesichts der schon jetzt zufriedenstellenden Spielzeit bequem machen? Die Saison vier Spieltage vor dem Ende entspannt austrudeln lassen? Für Neuhaus keine Option. Der 52-Jährige nimmt seine Mannschaft vor den letzten Aufgaben des Jahres in die Pflicht, im Spiel gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig soll heute (18 Uhr) Rang sieben verteidigt werden.

"Wir wollen am Ende möglichst gut abschneiden, es geht schließlich auch um die Verteilung von Fernsehgeldern. Wir wollen unsere gute Position nicht verlieren, das hätte dann doch irgendwie einen bitteren Nachgeschmack", sagte Neuhaus. Nur einen Zähler Vorsprung hat Union auf den Tabellennachbarn aus Niedersachsen, der nach zuletzt sechs Unentschieden in Folge wieder drei Punkte einfahren will. "Es ist aber auch für uns eine besondere Motivation, dass wir einen direkten Konkurrenten hinter uns lassen können", sagte Neuhaus. Kapitän Torsten Mattuschka stellte die passende Rechnung auf: "Aus einem Punkt Vorsprung wollen wir vier machen." Dabei plagen die Unioner weiter akute Personalprobleme. Patrick Kohlmann hat seine Adduktorenprobleme nach wie vor nicht auskuriert, auch Angreifer Silvio (Sprunggelenk) fällt weiter aus. Zu allem Überfluss verletzte sich in Hamburg auch noch Defensivspieler Jerome Polenz am Sprunggelenk. Auf eine weitere Bewährungschance hofft derweil Mittelfeldspieler Tijani Belaid. Der 24-Jährige, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, spielt um seine Zukunft bei den "Eisernen". Neuhaus: "Er hat seine Sache gegen St. Pauli gut gemacht. Und dass er Fußball spielen kann, wissen wir alle."

Genügend Anreize, die Spannung im Team auch bei einem Sieg gegen Braunschweig hoch zu halten, bietet Neuhaus allein das reizvolle Restprogramm: dem Auswärtsspiel bei Aufstiegsaspirant Fortuna Düsseldorf folgen die Duelle gegen die abstiegsbedrohten Ost-Rivalen Hansa Rostock und Cottbus. "Das sind schöne Aufgaben, in denen wir noch einiges entscheiden können", sagte Mattuschka, der schmunzelnd hinzufügte: "Wir wollen Ostmeister werden." Grund genug also, sich rund um die Försterei noch nicht entspannt zurückzulehnen.