Handball

Füchse testen und siegen

Gegen Hüttenberg sind die Berliner beim 36:28 kaum gefordert

- Die Dramatik eines Handballspiels ist oft auch abseits des Feldes sichtbar. Wenn nämlich die Verantwortlichen sich über ausgelassene Torchancen ihrer Spieler vehement empören oder über ein Foul des Gegners, dann ist es meist eine enge Sache. Und natürlich fiebern bei den Füchsen Berlin Trainer Dagur Sigurdsson und Geschäftsführer Bob Hanning immer auch leidenschaftlich mit ihrem Team mit. Gestern aber verfolgten beide relativ entspannt die Partie ihrer Mannschaft gegen den TV Hüttenberg. Gelassen und manchmal auch mit einem Lächeln auf den Lippen sahen sie, wie die Füchse gegen den Aufsteiger souverän den Sieg zum 36:28 (21:16) herausspielten. Mark Bult war mit sieben Treffern bester Schütze. Der Trainer resümierte: "Wir haben im Angriff zum Teil sehr, sehr gut gespielt. Ab jetzt wird jedes Spiel richtig schwer, da müssen wir alles abrufen."

Auf neun Spieler hatte Coach Sigurdsson zuletzt im Training aufgrund von Länderspielen verzichten müssen, sie alle waren am Ostersonntag gesund von ihren internationalen Einsätzen zurückgekommen. Dabei war Bartlomiej Jaszka etwas traurig, der Spielmacher der Füchse hatte mit Polen die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London verpasst. "Wir brauchen jetzt die volle Fokussierung auf den Bundesliga-Alltag", hatte Manager Hanning vor dem Anwurf die Parole ausgegeben, denn die Füchse stehen vor wegweisenden Wochen in der Liga. So haben sie die Chance, erneut die direkte Qualifikation für die Champions League zu schaffen, am Sonnabend kommt es zum vorentscheidenden Duell mit Verfolger SG Flensburg-Handewitt.

Gegen Hüttenberg zeigten die Füchse von der ersten Minute an, wer der Chef auf dem Platz ist. Die Rollen waren rasch verteilt. Auf Linksaußen erhielt Colja Löffler seine Bewährungschance, er erzielte nach acht Minuten seinen ersten Treffer zum 6:3 und spielte insgesamt stark auf. Die Gäste aus Hessen ließen sich den Spaß trotz der Dominanz der Berliner aber nicht nehmen und taten ihr Möglichstes für ein munteres Handballspiel. Dass sie nicht die individuelle Qualität wie die Berliner haben, ist nicht verwunderlich. Während die Füchse mit 4,7 Millionen Euro ihre Saison bestreiten, hat der Aufsteiger nur knapp eine Million Euro zur Verfügung. Der Abstieg der Hessen, die fast ausnahmslos mit Halbprofis antreten, ist fast sicher.

Wie ein Absteiger präsentieren sie sich gestern Abend freilich nicht. Die Füchse mussten schon konzentriert agieren, um ihrer Favoritenrolle auch wirklich gerecht zu werden. Zwischendurch blieb immer auch mal ein bisschen Luft für Experimente und besondere Tore. Zur Freude der 6058 Fans - und natürlich Trainer Sigurdsson und Manager Hanning.