Breno

Staatsanwalt klagt Bayern-Brasilianer an

Verdacht der schweren Brandstiftung: Münchens Verteidiger Breno droht nun sogar eine Haftstrafe

- Breno muss befürchtet haben, dass es so kommen wird. Und doch dürfte der Mittwoch für den Verteidiger des FC Bayern München einer der schlimmsten Tage seines Lebens gewesen sein. Am Vormittag gab die Staatsanwaltschaft München I bekannt, dass sie Anklage gegen den Brasilianer erhoben hat. Ausgerechnet vor dem Spitzenspiel des deutschen Fußball-Rekordmeisters in der Bundesliga beim Tabellenführer Borussia Dortmund. Es bestehe der Verdacht der schweren Brandstiftung.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der derzeit verletzt pausierende Breno in der Nacht auf den 21. September vergangenen Jahres seine angemietete Villa im noblen Münchner Vorort Grünwald angezündet hat. Dem 22 Jahre alten Südamerikaner droht nun eine Freiheitsstrafe, laut Gesetz zwischen einem Jahr und 15 Jahren.

Der FC Bayern wollte sich zu der Anklage nicht äußern. Dies sei Brenos Angelegenheit und die seines Anwalts. Der Klub werde den Abwehrspieler aber weiterhin unterstützen. Wann es zu einer Verhandlung kommt, ist noch unklar. Zunächst muss die zuständige Große Strafkammer des Landgerichts München I entscheiden, ob das Hauptverfahren eröffnet wird. Die Anklage kommt nicht überraschend. In den vergangenen Monaten war deutlich geworden, dass die Ermittlungen der Brandfahnder der Kriminalpolizei und eines Sachverständigen des Landeskriminalamtes Breno belasten.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Fußballprofi während der Tat betrunken gewesen sein. Vermutlich seien Feuerzeuge verwendet worden, die Breno danach laut Zeugenangaben an Rettungsdienstkräfte gegeben habe. Wegen anhaltender Knieprobleme hatte er wohl psychische Probleme und wusste aus Angst vor dem Karriereende offenbar nicht weiter. Die Villa war in der Nacht nahezu komplett niedergebrannt und musste abgerissen werden. Es entstand ein Sachschaden von rund 1,5 Millionen Euro. Breno erlitt eine leichte Rauchvergiftung, seine Frau und die Kinder waren nicht auf dem Grundstück. Aus der veröffentlichten Anklageerhebung geht hervor, dass Breno aber nicht sicher sein konnte, ob sein Manager oder seine Familie in die Villa zurückkehren. Breno saß im vergangenen Jahr wegen des Falls in Untersuchungshaft. Nach zwölf Tagen wurde er gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von angeblich 500.000 Euro freigelassen. Der FC Bayern besorgte ihm und seiner Familie ein neues Zuhause. Doch es lief nicht lange gut für Breno. Im Internetportal Twitter schrieb er im Februar: "Bayern macht eine Sauerei mit mir." Ihn hatte geärgert, dass er für die zweite Mannschaft statt für das Bundesligateam spielen sollte. Die Bosse ermahnten Breno, und der Südamerikaner entschuldigte sich bei Trainer Jupp Heynckes sowie seinen Kollegen. Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandschef, sagte: "Er soll es in der Zukunft lassen zu twittern."

Zudem bereitet Breno sein Knie weiterhin Probleme. Seit einer erneuten Operation Anfang Februar macht er nur langsam Fortschritte. Für die Profimannschaft der Bayern absolvierte der Brasilianer in dieser Saison kein Pflichtspiel. Die Bayern hatten ihn 2008 für zwölf Millionen Euro vom FC Sao Paulo gekauft. Brenos Vertrag läuft im Sommer aus. Alles deutet darauf hin, dass der Klub ihn nicht verlängert.