Ausgleich

BR Volleys drehen gegen Haching den Spieß um

Berliner schaffen ein 3:0 und gleichen in der Finalserie aus

- Die Erfolgsgeschichte der BR Volleys geht weiter. Das Team von Coach Mark Lebedew glich gestern im Play-off-Finale gegen Generali Haching zum 1:1 aus. Mit einem begeisternden 3:0 (25:16, 25:13, 25:23) erzwangen die Berliner vor 6385 Zuschauern in der "Best-of-five"-Serie mindestens ein viertes Spiel am kommenden Dienstag in Berlin. Vielleicht war es aber der Anfang von etwas noch Größerem, denn das Halbfinale gegen Friedrichshafen drehten sie auch mit einem Heimsieg im zweiten Spiel.

Als wäre die Liste der Verletzten mit Scott Touzinsky, Ricardo Galandi, Urpo Sivula und Paul Carroll noch nicht lang genug - die BR Volleys ereilte 17 Minuten vor dem Spielbeginn der nächste Schock. Plötzlich lag Zuspieler Kawika Shoji am Boden, hielt sich den rechten Fuß. Der Mann, zuletzt klar Berlins Steller Nummer eins, wurde gestützt zurück in die Kabine und kam nur noch zum Zuschauen zurück. "Umgeknickt", sagte Manager Kaweh Niroomand fassungslos, "das macht keinen Spaß mehr."

Kapitän Jaroslav Skach übernahm, und die Berliner spielten auf, als habe es nie ein 0:3 in Spiel eins gegeben. Bei 5:1 kam die erste Auszeit der Gäste, ab dem 15:8 spielten sich die Volleys in einen Rausch und entschieden den ersten Satz mit 25:16 für sich. Die Fans waren begeistert, das Spiel vom Feinsten. Vor allem seitens der Berliner. Die Schmetterbälle von Carroll und Felix Fischer zum einen, der von Tomas Kmet und Roko Sikiric angeführte Block zum anderen - die Gäste blieben weiter beeindruckt. Auch beim 8:7 ließen sich die Gastgeber nicht irritieren, zogen vielmehr auf 17:8 davon und gewannen den zweiten Durchgang 25:13.

Zu Beginn des dritten Satzes, von dem alle hofften, dass es auch der letzte würde, lagen die Gastgeber erstmals in dieser Partie zurück. Allerdings nur bis zum 5:5. Unglaublich, was für Bälle Touzinsky trotz seines kaputten Knies angelte. Nicht weniger beeindruckend war, was Carroll mit seiner lädierten Schulter im gegnerischen Feld versenkte. 9:5, 14:7, 16:10, 19:15, 20:17 - nur noch ein paar Punkte bis zur 25. Es wurde eng und enger, aber es reichte. Die Berliner retteten sich mit dem vierten Matchball zum 25:23 ins Ziel. Nach Spiel drei am kommenden Sonnabend in Haching treffen sich beide Teams kommenden Dienstag (19.30 Uhr) in der Schmeling-Halle wieder.

"Es war wieder atemberaubend, vor über 6000 Zuschauern zu spielen", strahlte Touzinsky. "Es war ganz wichtig, dass wir den Heimvorteil auch genutzt haben. Jetzt müssen wir ein Spiel in Haching stehlen. Am besten natürlich gleich das nächste." Ein Vorschlag, von dem Gästecoach Miahi Paduretu natürlich gar nichts hält. "Wir waren verkrampft und müssen nicht viel analysieren, sondern das Spiel schnell vergessen."