Kanu-Ikone

Herzprobleme: Comeback von Birgit Fischer geplatzt

Birgit Fischer blickte wehmütig auf die vorbeifahrenden Boote auf der Duisburger Regattastrecke und gab nach dem geplatzten Comeback mit trauriger Miene Einblick in ihr Seelenleben.

- "Das ist kein schöner Anlass und kein gutes Ende für mich. Das ist keine einfache Situation. Das macht die Sache so schwer, wenn man will, aber nicht kann", sagte die deutsche Rekord-Olympiasiegerin. Herzrhythmusstörungen haben die Rückkehr der 50 Jahre alten Kanu-Ikone auf die große Sport-Bühne im letzten Moment verhindert. Der Traum von der siebten Olympia-Teilnahme scheint für Fischer endgültig ausgeträumt.

Thomas Konietzko, der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), lauschte Fischers Worten mit fast staatsmännischem Blick und freute sich über den für die Sportart großen Medienauflauf am Rande der ersten Olympia-Qualifikation mit vier Kamerateams und rund zwei Dutzend Journalisten. "Unser Sport hat auf jeden Fall gewonnen", stellte Konietzko dennoch zufrieden fest und schob auch gleich noch einen Dank an die achtmalige Olympiasiegerin Fischer hinterher: "Wir haben eine Aufmerksamkeit im Olympia-Vorfeld erreicht, die wir ohne Birgit nie erreicht hätten."

Fischer wollte nach sechseinhalb Jahren Wettkampfpause das vierte Comeback ihrer Karriere starten. Im Winter bereitete sich die zweifache Mutter in Australien auf eigene Kosten intensiv auf ihre Rückkehr vor, in den letzten Tagen und Wochen arbeitete sie in ihrer Heimat Brandenburg am Feinschliff. Dem notwendigen Medizincheck unterzog sie sich allerdings erst Anfang dieser Woche - das Ergebnis war deprimierend. "Da sind Dinge zutage getreten, die ich nicht gewusst und schon gar nicht gehofft hatte", sagte Fischer.