Basketball

Albas Signal an die Konkurrenz

Berlins Basketball-Team bezwingt Bayern München deutlich mit 73:52 und hat Rang zwei im Visier

- Es war der elfte Sieg in der Bundesliga hintereinander, Platz zwei vor dem Play-off ist weiter möglich. "Es war eine sehr starke Leistung von uns und hat super Spaß gemacht", meinte Yassin Idbihi, mit 17 Punkten Albas überragender Spieler. "In der zweiten Halbzeit haben wir sie zerstört", sagte Marko Simonovic.

Gestern kam schon einmal Play-off-Atmosphäre auf in der Arena am Ostbahnhof. Zwar geht die entscheidende Saisonphase erst Anfang Mai los, aber Stimmung auf den Rängen und Intensität auf dem Parkett waren schon so, als ginge es um Alles oder Nichts. 14.500 Zuschauer (zum zweiten Mal in dieser Saison war die Halle ausverkauft) gaben den entsprechenden Rahmen ab. Mit Beifall (Aleksandar Nadjfeji, Demond Greene) und Pfiffen (Steffen Hamann, Jan Jagla) wurden die vier ehemaligen Alba-Spieler im Bayern-Trikot begrüßt.

Und von der ersten Sekunde an ging es hart zur Sache. Wobei die Berliner erst einmal völlig von der Rolle waren. Sie trafen überhaupt nichts. Fünf Minuten und fünf Sekunden dauerte es, bis nach neun (!) vergeblichen Alba-Wurfversuchen endlich Derrick Allen mit zwei Freiwürfen zum 2:8 traf. Bis auf zehn Zähler (2:12) wuchs der Rückstand an. Den ersten Feldwurf für Alba versenkte nach sechseinhalb Minuten Heiko Schaffartzik (9:12).

Die Bayern-Defense war wie ein Bollwerk, es gab kaum ein Durchkommen. Jeder Punkt musste hart erkämpft werden. Es ging mit äußerst robustem Körpereinsatz zur Sache. "Bauermann-Basketball", so nennt es Albas Geschäftsführer Marco Baldi. Denn Münchens Trainer Dirk Bauermann lässt seine Mannschaften immer eine knallharte Defensivarbeit verrichten. Doch die Hereinnahme von eben Schaffartzik (10 Punkte), Ioannis Kalampokis ("Ich bin total begeistert von der Stimmung, unglaublich!") und Marko Simonovic (13) machte sich bezahlt. Von der Bank kam die dringend notwendige Energie.

Das zweite Viertel begannen die Berliner unter dem Jubel der Fans furios mit einer 13:2-Serie zum 25:18. Doch danach schlichen sich Fehler ein. Vor allem Münchens Jared Homan (18) setzte sich immer wieder durch. Hauchdünn (33:32) war die Führung, mit der die Berliner in die Pause gingen.

Lange konnte sich Alba nicht richtig freispielen. Sicher auch, weil es den Münchnern gelang, Berlins Spielmacher DaShaun Wood einigermaßen aus dem Spiel zu nehmen. Aber für ihn sprang Schaffartzik ("Wir haben ziemlich clever gespielt") ein. Da in den ersten Minuten des dritten Viertels langsam Albas Rebound-Überlegenheit verloren ging, nutzten die Münchner erst einmal ihre Chance, gingen mehrere Male mit einem Punkt Differenz in Führung.

Aber Alba machte vieles mit nimmermüdem Einsatz wett. Kein Ball wurde verloren gegeben. Und nun wurde auch wieder besser aus der Distanz getroffen. Der Grieche Kalampokis, der sein bisher bestes Spiel im Alba-Trikot machte, beendete Durchgang drei mit einem erfolgreichen Dreier (47:43).

Als wenn das ein Signal gewesen wäre: Nun drehte Alba richtig auf. Und es wurde die Show des Yassin Idbihi. Hatte der Alba-Center vorher große Probleme (kein Punkt in Hälfte eins) gehabt, war er unter dem Korb jetzt nicht mehr aufzuhalten. Eine 10:0-Serie schloss er zum 57:43 ab. Fast wie aus dem Nichts waren die Berliner mit 14 Punkten Differenz weg. Bei 61:45, fünf Minuten vor Schluss, waren es gar 16. Durch wen? Na klar, durch den unglaublichen Idbihi. Zu diesem Zeitpunkt standen die Zuschauer schon und sangen glücklich: "Ihr könnt nach Hause fahr'n!" Bauermann stand auch, fassungslos an der Seitenlinie. Sein Team fiel komplett auseinander. Als es in der Kabine war, sangen sie im Alba Fanblock immer noch.