Volleyball

Berliner Volleys können die Ära Friedrichshafen beenden

Matchball im Halbfinale gegen den Serienmeister

- Schlägt das Team von Mark Lebedew die wackelnden Giganten heute in der Schmeling-Halle (16 Uhr) erneut, ist der Meister nicht recycelt, sondern entsorgt. Die Berliner stünden im Finale gegen Haching.

Dass die Volleys im Play-off so aufspielen würden, war nicht unbedingt zu erwarten, denn die Hauptrunde war mit sieben Niederlagen eher durchwachsen. Zudem ist Angreifer-Star Paul Carroll nach seiner Schulterverletzung im Spiel der Volleys derzeit kein Faktor. Der Glaube war dennoch da, den Dauer-Meister schlagen zu können, Felix Fischer sagt sogar: "Wir haben nicht gesagt, mal schauen, ob wir gewinnen, sondern wir wollen und wir werden gewinnen." Saison sei Saison und das Play-off etwas ganz anders, erklärt Fischer, der wie Jaroslav Skach und Aleksandar Spirovski bereits dabei war, als die Berliner, damals noch als SCC, die Friedrichshafener zum letzten Mal düpierten und 2004 Meister wurden.

Nach der Niederlage im letzten Hauptrundenspiel gegen Königs Wusterhausen waren die Volleys kurz im Trainingslager. "Dort haben wir uns gesagt, jetzt geht alles auf Null. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Jetzt sind es noch sechs Wochen, die geben wir Gas und dann ist gut." Die Woche in Kienbaum habe der "Mannschaft gut getan", erzählt Fischer. Was sich jetzt dadurch auszahle, dass auch die Spieler immer voll da sind, die gerade nicht auf dem Parkett stehen. Ein gutes Beispiel seien die beiden Zuspieler Kapitän Jaro Skach und Youngster Kawika Shoji, der in letzter Zeit immer mehr Spielzeit bekam. "Kawika hat in Spiel eins angefangen und nach den ersten beiden verloren Sätzen kam Jaro und wir waren dicht dran", erklärt Fischer. "Also hat Jaro in Berlin angefangen, dann kam Kawika und wir haben gewonnen."

Urpo Sivula ließ plötzlich den Ausfall Carrolls vergessen und auch Fischer selbst hatte zuletzt ja öfter zugesehen, weil andere erfolgreich waren. Durch die Verletzungen von Scott Touzinsky und Ricardo Galandi (ihr Einsatz entscheidet sich heute kurz vor dem Spiel) "musste ich dann im dritten Spiel am Mittwoch ran und habe meine Leistung gebracht." Die Euphorie über den am Mittwoch erzwungenen Matchball "war schnell verflogen, weil wir wussten, dass es noch nicht zu Ende ist." Den echten Matchball wollen sie heute nutzen und die Ära Friedrichshafen beenden - und vielleicht sogar eine eigene beginnen.