2. Bundesliga

Union-Trainer Neuhaus packt die Spieler an der Ehre

Heute beim KSC. Rostocker Lebenszeichen im Ligakeller

- Wenn der Berliner Fußball-Zweitligist heute beim Karlsruher SC antritt (13.30 Uhr, Sky live), sind die Fronten jedoch deutlich umrissen: Die Köpenicker Kicker gehen gegen den Abstiegskandidaten als klarer Favorit ins Rennen.

Eigentlich eine klare Angelegenheit. Wenn es da nicht diese Unwägbarkeiten geben würde, die der Profifußball gerade in der Endphase einer Saison bereithält. Einen Trainerwechsel zum Beispiel, wie nun in Karlsruhe. Am vergangenen Montag musste der glücklose Jörn Andersen gehen, Markus Kauczinski übernahm. Und geht sogleich als Schlusslicht in die letzten sieben Partien, nachdem Hansa Rostock gestern überraschend mit 1:0 (0:0) bei 1860 München gewann; ein Eigentor von Torwart Gabor Kiraly in der 80. Minute hielt die Rostocker Hoffnungen auf einen Ligaverbleib am Leben. Zudem verpasste die SpVgg Greuther Fürth mit 1:1 (1:0) bei Erzgebirge Aue die Rückkehr an die Tabellenspitze.

"Es kann sein, dass alles, was wir bislang besprochen hatten, hinfällig wird", sagte Neuhaus zu den Auswirkungen der Karlsruher Personalie. Normalerweise werden die letzten beiden Spiele als Grundlage für die Vorbereitung auf den Gegner zu Rate gezogen. Doch ein neuer Trainer bedeutet zumeist auch eine neue Startelf oder eine veränderte Taktik, vom mentalen Ansatz einmal ganz zu schweigen. "So ein Trainerwechsel kann sich natürlich positiv auf die Motivation auswirken", warnte Christian Stuff vor einem heißblütigen Gegner. Doch der Union-Verteidiger stellte darüber hinaus auch fest: "Ein neuer Trainer kann auch noch mehr Unruhe bedeuten." Stuff selbst hat nur einen Wunsch: "Dass nach dem Abpfiff hinten die Null mal wieder steht." Man ist geneigt zu sagen: Wenn nicht gegen Karlsruhe, gegen wen denn dann.

Die Frage wird sein, wie stark sich die Unioner, für die es weder im Aufstiegsrennen noch im Abstiegskampf noch um etwas geht, tatsächlich motivieren können. Uwe Neuhaus spricht - auch angesichts der zu erwartenden Veränderungen beim Gegner - von "einer reizvollen Aufgabe" für seine Spieler. Der Trainer wird jedenfalls genau hinschauen, ob und wie die Seinen in den heutigen 90 Minuten reagieren werden.

Und er appellierte schon Tage vor dem Duell im Wildpark an das Ehrgefühl seiner Mannschaft. "Wir haben gegenüber den anderen Vereinen eine große Verpflichtung, unsere Spiele mit einer einwandfreien Einstellung anzugehen", sagte Neuhaus. Keiner aus dem Keller der Liga soll den Unioner später nachsagen, sie hätten den Kampf um den Klassenerhalt bewusst beeinflusst. Das wäre dann auch nicht mehr zum Lachen.

So wollen Sie spielen: Glinker - Pfertzel, Stuff, Parensen, Kohlmann - Karl - Zoundi, Belaid, Mattuschka, Ede - Terodde.