Eiskunstlauf-WM

Vierter Titel für Sawtschenko/Szolkowy

Eiskunstlauf-WM: Berliner Peter Liebers übersteht den Vorkampf

- Zuletzt hatten Maxi Herber und Ernst Baier vor 73 Jahren viermal für Deutschland im Paarlauf gesiegt. Den legendären Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler gelang der WM-Coup 1963/64 nur zweimal.

"Die Kür ist absolut gelungen, es ist ein neuer Stil im Paarlauf, Aljona und Robin haben sich neu erfunden", sagte Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU). "Das ist der ganz große Wurf von Ingo Steuer." Der Trainer fieberte im Palais des Expositions vor 7000 Zuschauern an der Bande mit und freute sich überschwänglich. "Uns ist der dreifache Wurfaxel im Kurzprogramm erstmals gelungen und wir hatten hier als Ziel nur eine Medaille. Dass Aljona und Robin nun in der Mitte des Podiums stehen, ist umso besser", sagte der 45 Jahre alte Coach, der sich lediglich darüber ärgerte, dass Szolkowy den Axel nur einfach sprang. Die viermaligen Europameister hatten seit dem gewonnenen Grand-Prix-Finale im Dezember keinen Wettkampf mehr bestritten und wussten nach dem Muskelfaserriss von Sawtschenko lange nicht, wo sie stehen. In Südfrankreich waren sie dann wieder auf den Punkt vorbereitet, nervenstark und fit. Die Sachsen sicherten sich ein Preisgeld von 67.500 US-Dollar (51.383 Euro) und ließen ihre großen Konkurrenten, Tatjana Wolososchar/Maxim Trankow aus Russland, mit 201,38 Zählern nur ganz knapp hinter sich.

Szolkowy interpretierte mit seiner zierlichen Partnerin das Tanztheaterstück nach der verstorbenen Choreographin Pina Pausch exzellent. Dabei hatte der 32-Jährige anfangs Probleme mit dem modernen Laufstil: "Pina ist etwas ganz Neues, und ich hätte nicht gedacht, dass es mit relativ einfachen Mitteln so gut wird."

Maylin Hausch und Daniel Wende (Oberstdorf) beendeten den Wettbewerb enttäuscht nach mehreren Patzern auf Rang 13. "Nach Maylins Knöchelverletzung hatten wir einfach zu wenige Wettkämpfe", sagte der Sportsoldat. Einen Platz schlechter schnitten Mari Vartmann und Aaron van Cleave (Düsseldorf) ab, die allerdings fehlerfrei blieben. Damit verlor die DEU den dritten Startplatz für die nächsten Titelkämpfe 2013 in London/Ontario in Kanada.

Zuvor hatte der Berliner Peter Liebers eine große Chance vergeben. Der 23 Jahre alte Sportsoldat lief ein wackliges Programm zu Bluesklängen und rangiert vor der Kür am Samstag nur auf Rang 23. Wegen zweier Stürze erreichte der Student gerade so eben das Kürfinale der besten 24 Läufer.