Torhüter

Schalke 04 hat jetzt ein dickes Problem

Drei verletzte Torhüter: Nun muss Oldie Schober ran

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Es ist vielmehr vermaledeit, was sich im Tor des Traditionsklubs abspielt. Und nicht nur dort. Am Donnerstag spielte Schalke im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League die Gäste von Athletic Bilbao zeitweise an die Wand. Am Ende jedoch stand eine bittere 2:4 (1:1)-Pleite, die eine Wiederauferstehung der Schalker Eurofighter vonnöten macht, wenn die Königsblauen in der kommenden Woche noch in das Halbfinale einziehen wollen. Vorausgegangen waren der Niederlage neben zwei Treffern des überragenden Raul reichlich vergebene Torchancen, fast ebenso viele Torwartpatzer - und eine Verletzung, die den Schalkern tiefe Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

Timo Hildebrand hatte zwischen den Schalker Pfosten begonnen und den Ball nach 20 Minuten unglücklich vor die Füße von Fernando Llorente gelenkt, der zum 0:1 einschob. Schlimmer noch: Bei der Aktion zog sich der ehemalige Nationaltorwart eine Kapsel- und Bänderverletzung am Ellbogen zu und musste zur Pause ausgewechselt werden.

Mathias Schober kam in die Partie. Der 35-Jährige hatte seine letzte Profipartie am 13. März 2009 absolviert, beim 3:4 gegen den VfL Wolfsburg. Er macht mittlerweile nicht mehr den allerfittesten Eindruck und scheint ein wenig angesetzt zu haben rund um die Körpermitte. Bei den folgenden drei Gegentreffern wirkte er jedenfalls nicht wie ein Schlussmann auf der Höhe seines Könnens.

Das 2:2 fiel durch einen Kopfball im Fünfmeterraum, beim 2:3 klatschte er den Ball ähnlich wie beim ersten Treffer zum Torschützen ab, und als nach 92 Minuten und 18 Sekunden der letzte Angriff rollte, irrte er etwas orientierungslos durch den Strafraum und musste hilflos mit ansehen, wie Iker Muniain die Schalker Chancen auf ein Weiterkommen per Rechtsschuss auf einen kümmerlichen Rest minimierte. "Ich habe ja schon einiges auf dem Buckel. Es war natürlich eine schöne Sache, als ich rein kam. Aber es ist ärgerlich, in 45 Minuten dreimal hinter sich greifen zu müssen", sagte Schober nach dem Spiel.

Da Hildebrand mindestens noch für eine Woche ausfällt, bleibt Trainer Huub Stevens allerdings nichts anderes übrig, als auf den Oldie zu bauen. Andere Torhüter hat er nämlich nicht mehr, die Alternativen hießen Robin Himmelmann (U 23) und Lukas Raeder (U 19). Die eigentliche Nummer eins, Ralf Fährmann (23), fällt mit einem Innen- und Kreuzbandanriss seit Oktober aus. Sein Vertreter Lars Unnerstall zog sich im Februar eine Schultereckgelenkssprengung zu. Und Hildebrand, nach Fährmanns Verletzung in der Winterpause geholt, begibt sich nun auf die Krankenstation.

Also muss Schober ran, auch wenn Lars Unnerstall am Freitag wieder trainieren konnte. Ein Einsatz gegen Hoffenheim ist aber laut Trainer Stevens ausgeschlossen. Schalkes Manager Horst Heldt begegnet der Verletzungsmisere mit Galgenhumor: "Langsam weiß ich nicht mehr, wen wir überhaupt noch im Verein haben, der Handschuhe hat. Der vierte Torwart der Saison - das ist schon nicht mehr lustig." Mittelfeldspieler Jermaine Jones zuckte mit den Schultern: "Das ist echt die Seuche, die wir mit unseren Torhütern haben. Aber wir vertrauen Schobi."