BVB

Dortmund nur remis im Sensationsspiel

Der BVB vergibt beim 4:4 gegen Stuttgart zweimalige Führung. Weidenfeller: "Gefühlte Niederlage"

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Mats Hummels (81.) und Ivan Perisic (87.) hatten den BVB nach dem 2:3-Rückstand wieder auf Kurs gebracht. Nach Toren von Vedad Ibisevic (71.) und Julian Schieber (77./79.) standen die Schwaben am Freitagabend dicht vor einer Überraschung. Shinji Kagawa (33.) mit seinem zwölften Saisontor und Jakub Blaszczykowski (49.) hatten die Dortmunder vor 80.720 Zuschauern 2:0 in Führung gebracht. Mit einem Erfolg heute beim 1. FC Nürnberg können die Bayern ihren Rückstand auf drei Zähler verkürzen.

"Das Ding dürfen wir nach dem 2:0 niemals mehr aus der Hand geben. Nach dem 2:3 haben wir ein unglaubliches Spiel abgeliefert, aber das Ende war ganz bitter", konstatierte Hummels. Für Torhüter Roman Weidenfeller war das Remis eine gefühlte Niederlage: "Wir hätten frühzeitig den Sack zumachen sollen." Chancen genug hatten die Dortmunder gehabt.

Borussia mit spielerischer Klasse

"Ein verrücktes Spiel. Ich glaube, dass wir Riesenmöglichkeiten hatten, in der ersten Halbzeit mehr als ein Tor zu schießen. Nach dem 2:0 haben wir den Faden aus der Hand gegeben. Für mich ist das ein Punktgewinn", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach packenden 90 Minuten. Sein Stuttgarter Kollege Bruno Labbadia meinte: "Für so ein geiles Spiel lohnt es sich, Trainer zu sein." Durch den Punktgewinn kletterte der VfB in der Tabelle vorläufig auf Platz fünf.

Klopps Elf lieferte eine weitere Demonstration ihrer spielerischen Klasse, ließ aber bei ihrem Offensivfeuerwerk viel zu viele Chancen ungenutzt. Ab der 70. Minute gerieten die Dortmunder bei zunehmendem Druck der Gäste arg ins Schwimmen und standen am Rande der ersten Niederlage seit 21 Spielen.

Zunächst knüpften die Dortmunder da an, wo sie fünf Tage zuvor beim 6:1 in Köln aufgehört hatten. Mit schnellem, druckvollem Spiel wurde der VfB Stuttgart sofort in die Defensive gedrängt. Labbadias Elf gelang es aber zunächst noch, sich aus der Umklammerung zu lösen und selbst offensive Akzente zu setzen. Der Ex-Dortmunder Tamas Hajnal (9.) und Julian Schieber (19.), der frei vor dem Tor in Rücklage geriet, verpassten eine mögliche Stuttgarter Führung. Zudem hatten die Schwaben Pech, dass Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) nach einer halben Stunde nicht auf Elfmeter entschied. Dabei hatte BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller VfB-Stürmer Vedad Ibisevic klar von den Beinen geholt.

Verdient wäre eine Führung aber nicht gewesen, denn unter der Regie von Kagawa und Ilkay Gündogan spielte sich der BVB eine hochkarätige Chance nach der anderen heraus. Pech und Unvermögen standen dem 1:0 im Wege. Erst schoss Lewandowski im Strafraum Gotoku Sakai an (16.), dann rettete Georg Niedermeier mit dem Kopf auf der Linie, nachdem der Pole Ulreich schon umkurvt hatte (21.), schließlich drosch Kevin Großkreutz den Ball an die Latte (24.). Doch als Sebastian Kehl, der für Sven Bender in die Dortmunder Elf gerückt war, den Ball per Kopf Kagawa vorlegte, waren Ulreich und seine Vorderleute gegen den Schuss des Japaners aus kurzer Distanz machtlos.

Nachlässigkeiten in der Defensive

Das Offensivspektakel der Hausherren setzte sich nach der Pause fort. In der48. Minute stand der Pfosten beim Schuss von Lukasz Piszczek dem 2:0 im Weg, doch 60 Sekunden später ging es wieder zu schnell für den VfB: Einen Hummels-Diagonalpass verwertete Blaszczykowski. Der Pfostenschuss von William Kvist (63.) war dann die erste Schrecksekunde für die Gastgeber, die sich nun die eine oder andere Nachlässigkeit in der Defensivarbeit leisteten und den Gegner damit förmlich einluden. Nach dem Anschlusstreffer von Ibisevic, der eine Vorlage von Niedermeier nutzte, geriet der Meister mächtig ins Wanken, ehe sich in der Schlussphase die Ereignisse überschlugen. "Das ist schön, wenn eine Mannschaft sich nicht aufgibt, wenn man beim Deutschen Meister 0:2 zurückliegt", freute sich Labbadia über den Punktgewinn.