Verletzungspech

Berlin Volleys nach Sieg zwischen Jubel und Bangen

Galandi und Touzinsky wegen Verletzungen fraglich

- 2:1 nach Siegen steht es nun, nur noch ein Erfolg fehlt den Berliner Volleyballspielern in der Play-off-Serie "Best of five" bis zum Finale gegen Haching. Aber da war dann auch die andere Seite: "Es ist schon bitter, immer wenn wir richtig in Gang kommen, verletzt sich ein Leistungsträger", haderte Niroomand.

Am Mittwochabend in der ZF-Arena von Friedrichshafen erwischte es sogar gleich deren zwei. Im ersten Satz musste Mittelblocker Ricardo Galandi wegen Schmerzen an der Patellasehne passen, im zweiten Durchgang hatte dann Außenangreifer Scott Touzinsky Pech. Er half zwar noch ein bisschen in der Annahme aus, "aber Springen ging gar nicht mehr", berichtete Niroomand über die Knie- und Wadenprobleme des US-Amerikaners. Gleich nach der Rückkehr wurden beide gestern in Berlin untersucht. Nach einer MRT-Untersuchung bei Teamarzt Oliver Miltner wurde bei Touzinsky im linken Knie die Schädigung eines Bandes sowie des Außenmeniskus' festgestellt, bei Galandi diagnostizierte der Arzt einen Einriss der Patellasehne im linken Knie.

Der Einsatz des Duos ist sehr fraglich, wenn die Berliner am Sonntag in der Schmeling-Halle (16 Uhr) mit Sieg Nummer drei die Überraschung endgültig perfekt machen können. Ein eventuelles fünftes Spiel fände am Mittwoch, 4. April, beim VfB statt. "Schade, dass in diesem Jahr erstmals nach dem Modus ,Best of five' gespielt wird", meinte der Manager. Bisher hatten immer zwei Siege gereicht, um eine Serie erfolgreich zu beenden.

Trainer warnt vor Euphorie

Trotz des Verletzungspechs ist den Volleys gegen den Abonnementmeister inzwischen jedoch alles zuzutrauen. "Trotz der Rückschläge hat die Mannschaft große Geschlossenheit demonstriert", sagte Volleys-Trainer Mark Lebedew, der aber auch gleich vor verfrühter Euphorie warnte: "Nicht vergessen: Wir benötigen drei Siege!" Niroomand war auch klar: "Die Friedrichshafener werden sich nicht so schnell geschlagen geben."

Sie werden versuchen zurückzukommen, nachdem sich am Mittwochabend Rat- und Fassungslosigkeit beim Meister breitgemacht hatte. "Berlin wollte unbedingt, da muss man nicht nur spielerisch dagegenhalten", verpackte VfB-Manager Stefan Mau im Lob für Berlin gleich Kritik an seinem Team. "Berlin war hungriger", erkannte der Friedrichshafener Coach Stelian Moculescu.

Fünf Jahre lang, 14 Mal in Folge hatten die Berliner die ZF-Arena als Verlierer verlassen - im 15. Anlauf hat es endlich geklappt. Niroomand sah den Sieg beim Erzrivalen "eher nüchtern" und gleich das große Ganze. "Wir haben einen neuen Weg eingeschlagen, dazu gehört nicht nur, dass wir komplett in die Schmeling-Halle umgezogen sind." Der sportliche Erfolg sei "das A und O, um das Projekt weiter voranzubringen". Dafür sei der Sieg am Mittwoch "ein wichtiger Baustein".