Basketball

Beste Unterhaltung gegen Hagen, im Kopf die Bayern

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Sebastian Arlt

Alba knackt in der Basketball-Bundesliga 100-Punkte-Marke

- 114:86 (69:35) hieß es am Ende gegen Phoenix Hagen. Besser hätte die Einstimmung für den Hit am Sonnabend gegen Bayern München (O2 World, 20 Uhr) nicht sein können. "Auf diesem Spiel heute können wir aufbauen", meinte Alba-Center Yassin Idbihi. Schon nach vier Minuten schien die Sache für die Hagener erledigt zu sein. Die Körpersprache der Profis ließ Enttäuschung, aber auch etwas Teilnahmslosigkeit erkennen. 17:2 stand es zu diesem Zeitpunkt für die Berliner Mannschaft, die eine 17:0-Serie hingelegt hatten. Hagens Trainer Ingo Freyer versuchte vergeblich, mit Anweisungen seine Spieler zu erreichen. Freyer, der zwischen 1991 und 1995 für Alba 193 Spiele absolviert hatte und am Korac-Cup-Gewinn 1995 beteiligt war, musste einsehen, dass es nur darum gehen konnte, die sich anbahnende Niederlage in Grenzen zu halten.

Doch dies gelang nicht, weil die Befürchtungen, die man bei Alba vorher gehabt hatte, unbegründet waren. Zum einen wusste man nicht, wie die Mannschaft die zehntägige Pause seit dem letzten Spiel verkraftet hatte. Aber das Team fand sofort seinen Rhythmus. "Wir sind mit viel Energie ins Spiel gegangen, waren sofort da", sagte Albas Spielmacher Heiko Schaffartzik zufrieden. Zudem war sich Albas Trainer Gordon Herbert nicht sicher gewesen, ob seine Spieler nicht in Gedanken schon bei der Partie gegen Bayern München waren. Eine Sorge, die ihm sein Team ebenfalls schnell nahm.

Nun waren die Hagener sicherlich kein Gradmesser, zumal sie auch noch auf ihren am Fuß verletzten Topscorer Marc Antonio Carter verzichten mussten. Aber die 8845 Zuschauer (Minusrekord in dieser Saison) freuten sich dennoch. Alba war in allen Belangen überlegen; Derrick Allen (bestritt sein 300. Bundesligaspiel) mit 17 Punkten, Idbihi (15) und vor allem Spielmacher DaShaun Wood trafen nach Belieben. 23 Zähler standen nach 20 Minuten bereits für Wood in der Statistik, am Ende waren es 27. Einen besonderen Auftritt hatte der US-Amerikaner eine Sekunde vor Ende der ersten Hälfte: Erst wurde er von Zygimantas Jonusas gefoult, dem Schiedsrichter Boris Schmidt ein unsportliches Foul zuerkannte. Die Hagener vergaßen nun die goldene Regel in der Bundesliga: Leg' dich nie mit Boris Schmidt an! Erst mäkelte Davin White herum, dann auch noch Freyer. Beide bekamen ein technisches Foul verpasst - und die daraus folgenden sechs Freiwürfe wurden alle von Wood cool zum 69:35 verwandelt.

Alle Spieler punkten

Dass die Berliner in der zweiten Hälfte nicht mehr mit voller Konzentration spielten, die Defensive doch manchmal sehr vernachlässigt wurde, dürfte Herbert geärgert haben, war aber eigentlich fast zu erwarten. Jetzt war den Berliner Spielern das Duell gegen den Aufsteiger aus Bayern doch schon näher als die letzten Minuten des besseren Trainingsspiels gegen Phoenix Hagen. Für den "Hunderter" und ein munteres Hin und Her zwischen den Körben reichte es unter dem Jubel der Fans dennoch. Bryce Taylor war der Mann, der knapp sechs Minuten vor Ende mit einem Dreier zum 101:73 traf. Wie es so üblich ist, wird er in den nächsten Tagen den Kollegen einen ausgeben müssen.

Das Spiel gestern war auf alle Fälle eine gute Generalprobe für den Sonnabend. Herbert hatte auch die Gelegenheit gut nützen können, viel zu wechseln. Es zeigte sich, wie breit Alba in dieser Saison - spätestens nach der Verpflichtung des Griechen Ioannis Kalampokis - aufgestellt ist: Alle elf eingesetzten Spieler punkteten. Sven Schultze, zuletzt kaum zum Einsatz gekommen, nutzte dabei seine Chance besonders gut und erzielte 13 Punkte. Jetzt freuen sich alle auf die Bayern. Zurecht mahnt Schultze: "Dann müssen wir aber über die gesamte Zeit konzentriert sein."