Eishockey

Spaziergang in Köln

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Eisbären schlagen Haie 3:0 und ziehen ins DEL-Halbfinale. Straubing schaltet Wolfsburg aus

- Ebenfalls im Schnelldurchlauf qualifizierten sich die Straubing Tigers für die Vorschlussrunde, sie bezwangen am Mittwoch zum vierten Mal die Grizzly Adams Wolfsburg, diesmal mit 7:3 (0:1, 4:0, 3:2). Für Straubing ist das ein historisches Ereignis, der Klub hatte zuvor nie das Play-off erreicht. Straubing könnte nun sogar der nächste Gegner der Berliner werden, sollte Düsseldorf ausscheiden.

Trainer Don Jackson musste in Köln erstmals in der Serie umstellen. Interimskapitän Richie Regehr fiel beim Titelverteidiger aus, schon in der dritten Partie am Sonntag hatte er nach dem ersten Drittel wegen einer Hüftverletzung passen müssen. Vornehmlich wurde der Abwehrspieler allerdings wohl geschont, als dass er nicht hätte spielen können.

Regehrs Platz nahm Thomas Supis ein. Große Sorgen bereitete das dem Trainer nicht, fügte sich der 20-Jährige doch in der ganzen Saison schon gut ein bei seinen vielen Einsätzen, die sich wegen der zahlreichen Verletzungen ergeben hatten. Gleiches galt für Vincent Schlenker, auch der 19 Jahre alte Stürmer wusste zu überzeugen. Im Play-off hatte Jackson ihn bislang jedoch noch nicht berücksichtigt, in Köln durfte er sich aber nun auch das Trikot überstreifen.

Haie-Trainer Krupp hatte sich wieder eine andere Strategie ausgedacht, um gegen die Berliner den ersten Sieg zu erringen. Diesmal wählte er eine spielerische Variante, nicht unbedingt allein die körperliche Härte, so wie zuletzt. Köln stand unter Druck, kämpfte gegen das Ausscheiden. Die Haie wollten es mit einer offensiveren Einstellung abwenden, griffen früh an. Außerdem versuchten sie es mit langen Pässen durch die neutrale Zone, spielten die Scheibe tief, um so in den Rücken der Berliner Verteidiger zu gelangen.

Kleine Erfolge in Form von Torchancen brachte das jedoch nur dann, wenn die Eisbären unachtsam waren. Diesen Gefallen taten die Berliner den Haien aber nur selten, sodass auch dieses taktische Mittel keine Effizienz brachte. Dafür kamen die Haie immer wieder in Bedrängnis, wenn die Eisbären mit hohem Tempo in die Angriffszone fuhren. Das tat der Meister öfter, sodass er die Partie weitgehend kontrollierte. Daraus entwickelte sich mit der Zeit eine leichte Dominanz, die Chancen der Mannschaft von Jackson häuften sich. Wobei sich auch die vierte Reihe mit Jon Sim, Daniel Weiß und Tyson Mulock in Szene setzte, sie bekam diesmal deutlich mehr Einsätze als bislang. Köln hingegen hatte nur wenige Ideen.

Vor dem Tor passierte allerdings auch bei den Eisbären lange nicht sonderlich viel. Doch im zweiten Überzahlspiel war es dann soweit, Florian Busch traf nach Vorlage von Nick Angell zur Führung (37.). Kurz darauf allerdings wurde es für Rob Zepp im Tor der Berliner brenzlig, als Alexander Weiß im Powerplay freie Schussbahn hatte - doch Zepp parierte. Statt in den Ausgleich mündete die numerische Überlegenheit der Haie dann in den vorzeitigen K.o. für die Kölner. Denn trotz des Handicaps gelang den Eisbären der zweite Treffer durch Frank Hördler (39.).

Offenbar trauten die Berliner ihrem Herausforderer danach nicht mehr viel zu. Oder sie vertrauten auf den hervorragend aufgelegten Zepp, der erstmals in der Serie ohne Gegentreffer blieb. Jedenfalls verhielten sich die Eisbären im letzten Drittel sehr passiv, als wollten sie das Resultat zuvorderst verwalten. Das genügte gegen die Haie. Deren letztes Aufbäumen mit sechs Feldspielern und ohne Torhüter endete mit dem dritten Berliner Tor: Sven Felski schob den Puck zum 3:0 ins Netz (58.). Weiter geht es nun am Gründonnerstag mit einem Heimspiel der Eisbären.

( BM )