Volleyball

Kampfgeist der BR Volleys im Tiebreak belohnt

Es gibt eine sehr gute Nachricht für Volleyball-Fans in der Stadt. Auch kommenden Sonntag (16 Uhr) wird es ein Duell zwischen BR Volleys und dem VfB Friedrichshafen geben. Die Berliner glichen die "Best of five"-Halbfinal-Serie mit einem 3:2 (23:25, 21:25, 25:19, 25:18, 15:12) zum 1:1 aus.

Sicher ist: Die 4367 Zuschauer, die gestern in der Schmeling-Halle waren, werden wiederkommen, egal wie Spiel drei am Mittwoch auswärts ausgeht. Spannenderes als den Krimi gestern gab es lange nicht mehr zu sehen.

Frech und selbstbewusst, wie im ersten Spiel erst in den Sätzen drei und vier, wollten die Volleys auftreten. Coach Mark Lebedew ließ Kapitän Jaroslav Skach für US-Youngster Kawika Shoji als Zuspieler starten. Der Finne Urpo Sivula begann für Paul Carroll, der nach seiner Schulterverletzung noch immer nicht in Form ist. Und das Sextett begann wie gewünscht mit dem VfB auf Augenhöhe. Aber: Was Sivula an Schmetterbällen im Feld der Gäste versenkte, kam postwendend zurück. Beim 12:12 zogen die Berliner erstmals davon, führten schon fast vorentscheidend 22:17. Dann jedoch kam der Bruch. Friedrichshafen machte die nächsten sechs Punkte. Die Volley gaben den Satz noch ab.

"Wir hätten den ersten Satz gewinnen müssen", analysierte Manager Kaweh Niroomand. "Den noch verloren zu haben, war psychologisch ein Schock." Von dem sich sein Team auch nicht so schnell erholte. Es sah so aus, als wäre dieser Einbruch die Vorentscheidung, nicht nur des Spiels, das so hoffnungsvoll begonnen hatte, sondern auch in dieser Halbfinalserie. Die Berliner verloren Satz Nummer zwei 21:25. Wie schon am Mittwoch in Friedrichshafen setzten die Berliner beim 0:2 neue Kräfte frei, allen voran Sivula und auch US-Routinier Scott Touzinsky, der mit zwei Assen zum 14:7 glänzte. Plötzlich änderte sich die Körpersprache, die Fans liefen heiß. Wenig später hieß es nur noch 1:2 nach Sätzen. "Wir hatten uns vorgenommen, hart und riskant aufzuschlagen", erklärte Touzinsky, "denn nur so kannst du Druck machen. Ich habe mir gesagt, komm, setz ein Zeichen. Es ist noch nicht vorbei. Das ist einer der besten Orte der Welt, wo man Volleyball spielen kann. Wir kämpfen auch für unsere Fans."

Sivula und Touzinsky, die nun von Shoji ihre Zuspiele kamen, waren auch in der Folge die überragenden Akteure. Im vierten Durchgang drehten die Volleys ein 11:15 zu einem 20:16 und glichen nach Sätzen zum 2:2 aus. Der Tiebreak musste entscheiden. War die Aufholjagd der Berliner zuvor schon nichts für schwache Nerven, die wahre Prüfung folgte erst im fünften Satz. Beim 6:8 war schon wieder fast alles vorbei, aber dank des starken Sivula schafften die Volleys erneut die Wende. Die Saison geht nach Spiel drei am Mittwoch in Friedrichshafen auf jeden Fall weiter. Man sieht sich am Sonntag.