Kommentar

Nur ein Schritt aus der Tristesse

Die Euphorie war verständlich. Der Erfolg gegen Mazedonien war im siebten Spiel erst der zweite Sieg in der kurzen Amtszeit des neuen Bundestrainers Martin Heuberger.

Bei aller Begeisterung sollte nicht vergessen werden, dass er am Ende glücklich und nicht gerade gegen eine Handball-Weltmacht zustandekam. Dennoch: Es ist zumindest der erste Schritt aus der Tristesse. Hoffnung macht, dass sich die deutsche Mannschaft in einer hitzigen Atmosphäre und nach wiederholtem Rückstand behauptet hat. 3900 der 4000 Zuschauer wollten einen anderen Sieger. Sie hätten ihn beinahe bekommen, wenn den Mazedoniern nicht am Ende Kraft und Konzentration ausgegangen wären. Und das sollte bei allen erkennbaren Fortschritten den Bundestrainer dann doch nachdenklich stimmen.

Den deutschen Handballern waren selten nur Wille und Einsatzbereitschaft abzusprechen, diesmal kam jedoch Entschlossenheit hinzu. Das Selbstbewusstsein, das in den vergangenen Turnieren verloren gegangen war, muss sie sich in Serbien neu erkämpfen. Das scheint die Mannschaft nicht nur begriffen zu haben, gegen Mazedonien hat sie dieses Vorhaben in jeder Minute umgesetzt. Dieser Fortschritt darf Mut machen.

Trotz diesen positiven Trends, das ist zu befürchten, werden die deutschen Handballer bei dieser EM wahrscheinlich keine bedeutende Rolle spielen. Dafür fehlt ihnen auf einigen Positionen die Klasse und einigen Spielern derzeit die Form. Kapitän Pascal Hens ist sie unter der Last der Verantwortung abhandengekommen. Zur Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier im April, das war ja das ausgegebene Ziel, sollte es jedoch reichen können. Denn so schlecht, wie sich die Mannschaft bei der Auftaktniederlage gegen Tschechien präsentierte, ist sie nicht.