Eishockey

Siegesserie der Eisbären reißt im Penaltyschießen in Krefeld

Die Würde, den Kapitän zu geben, wird derzeit vielen Spielern zuteil beim EHC Eisbären. Eigentlich bekleidet Stefan Ustorf den Posten. Doch der kann wegen einer Gehirnerschütterung nicht mitmachen. Daher übernahm vertretungsweise Richie Regehr das Amt.

Der wiederum musste nun in Krefeld ebenso passen, weil er sich einen Infekt eingefangen hat. Dafür lief André Rankel im letzten Spiel des Jahres mit dem "C" auf der Brust auf und erlebte eine Premiere in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Ein glückliches Debüt war es nicht, denn Rankel musste nach seiner ersten Partie als Kapitän eine Niederlage verkraften. Wenigstens gab es nach zuvor sieben Siegen in Folge noch einen Punkt, denn das 4:5 (2:1, 0:2, 2:1, 0:0, 0:1) wurde erst im Penaltyschießen erzielt.

Schon lange haben die Berliner nicht mehr so viele Gegentore hinnehmen müssen. Zuletzt gab es beim 2:3 gegen Hannover mehr als zwei Gegentreffer, es war die letzte Niederlage vor der Siegesserie. Eine Ursache dafür, dass Torhüter Rob Zepp wieder öfter hinter sich greifen musste, war das Krefelder Überzahlspiel. Zweimal glichen sie so die Führungen der Eisbären durch Travis James Mulock zum 1:0 (7.) und Nick Angell zum 2:1 (10.) aus.

Die Berliner taten sich danach etwas schwerer, wurden unruhig und konnten die taktische Ordnung nicht mehr richtig halten. Das erlaubte den Krefeldern gute Kombinationen, von denen eine durch Francois Methot zum 3:2 führte (31.). Dass die Spieler von Trainer Don Jackson zudem viel Zeit auf der Strafbank verbrachten, half den Berlinern auch nicht. Ebenso wenig wie die immer defensivere Ausrichtung der Gastgeber, die sich bald darauf verlegten, den Vorsprung zu verwalten, um nach fünf Niederlagen in Folge wieder zu gewinnen. Dabei ergaben sich jedoch auch Konter. Als Alexander Dück allein auf dem Weg zum Berliner Tor von Jim Sharrow behindert wurde, bekam er einen Penalty zugesprochen. Und etwas überraschend traf der Verteidiger zum 4:2 (52.).

Das sah nach der Entscheidung aus, doch der junge Vincent Schlecker konnte kurz darauf seinen ersten DEL-Treffer erzielen (53.). Laurin Braun gelang sogar der Ausgleich zum 4:4 (56.), womit die Partie in die Verlängerung ging. Entschieden wurde sie allerdings erst im Penaltyschießen. Zum ersten Mal in dieser Saison und nach sechs erfolgreichen Versuchen verloren die Berliner dabei durch den Treffer von Roland Verwey ein Spiel, das länger als 60 Minuten dauerte.