Alba Berlin

Alba will seinen Fans ein Nervenspiel ersparen

Die Lage ist eindeutig: Schlagen die Basketballer von Alba Berlin Dienstagabend (20 Uhr) in der O2 World Dexia Mons-Hainaut aus Belgien, stehen sie schon vor dem Auswärtsspiel kommenden Dienstag in Podgorica in den Top 16 des Eurocups.

Und das Team von Gordon Herbert würde dann voraussichtlich sogar als Gruppenerster in die nächste Runde ziehen. Denn für den direkten Vergleich gegen die Montenegriner, der nötig werden könnte, falls diese bei PGE Turow in Polen gewinnen, nähme Alba aus dem Hinspiel ein Polster von 18 Punkten mit nach Podgorica.

Die Aufgabe erscheint angesichts des Hinspiels, das Alba auswärts mit 78:74 gewann, lösbar. Zweifel kommen allerdings bei der Erinnerung an die letzten beiden Spiele auf, in denen Herberts Team in alte (schlechte) Zeiten zurückfiel und jeweils stattliche Führungen verspielte. In Trier kamen die Berliner am Sonnabend mit einem Vier-Punkte-Sieg (78:74) davon, zuvor in Turow wurden die Nachlässigkeiten, die sich Alba immer jeweils zu Beginn der zweiten Halbzeit leistet, mit einer 87:91-Niederlage nach zweifacher Verlängerung bestraft. Ein drittes Mal darf es so etwas heute gegen Mons-Hainaut nicht geben, fordert Herbert. Die Schlampereien hätten jeweils im Angriff begonnen, erklärt Albas Coach. "Dann haben wir zu lange darüber nachgedacht, was in der Offense falsch lief und nicht mehr intensiv verteidigt und so in beiden Spielen zu viele einfache Körbe kassiert." Seine Mannschaft stehe heute unter Druck, gibt Herbert freimütig zu. "Und das ist auch gut so. Wir haben jetzt lange nicht mehr zu Hause gespielt, und die eigenen Fans werden uns sicherlich helfen." Auch Da Shaun Wood hat sich nach den letzten beiden Spielen auf die Ursache nach den Hängern nach der Halbzeitpause gemacht. "Irgendwie schleicht sich bei einer soliden Führung eine Haltung ein, mit der wir dann nur noch zu warten scheinen, dass das Spiel zu Ende geht", sagt der Spielmacher. Wir müssen wieder dahin zurückfinden, über 40 Minuten bissig und aggressiv zu sein." Oder, wie Heiko Schaffartzik sagt, klare Führungen ausbauen, "um den Willen des Gegners endgültig zu brechen".

Athletischer Gegner aus Belgien

Alba muss versuchen, ohne Kyle Weaver die Top 16 des Eurocups vorzeitig klar zu machen. "Kyle ist zur Beerdigung seiner Großmutter nach Hause geflogen", erklärt Herbert. "Er hatte ein inniges Verhältnis zu ihr. Sie hat ihn maßgeblich mit groß gezogen." Es sei keine Frage, Weaver zum Begräbnis fliegen zu lassen. Basketball sei für alle im Team sehr wichtig, aber an allererster Stelle stehe immer die Familie. Herbert sieht nicht wegen der jüngsten Durchhänger seines Teams und dem Fehlen Weavers dem Spiel gegen die Belgier mit Respekt entgegen. "Mons hat eine sehr gute Mannschaft, mit Sicherheit die athletischste in unserer Gruppe", erklärt Albas Trainer. Sie haben zwar drei Spiele verloren, eines aber in der Verlängerung, die anderen beiden in der letzten Minute. Heute Abend in der O2 World hätte wohl keiner etwas dagegen, wenn Nervenspiele den Fans erspart bleiben würden.

"Wir stehen unter Druck, und das ist auch gut so. Wir haben lange nicht mehr zu Hause gespielt, und die eigenen Fans werden uns sicherlich helfen."

Gordon Herbert, Cheftrainer Alba Berlin