Tabellenzweiter

Handball: Füchse feiern Pflichtsieg gegen Lübbecke

Das Privileg genießen, in der Champions League zu spielen und trotzdem in der Bundesliga keine Punkte abzugeben - die Handball-Füchse ließen den Ankündigungen ihres Kapitäns Torsten Laen gestern Taten folgen.

Mehr noch: Sie unterhielten die 6862 Zuschauern in der Schmeling-Halle mit über weite Strecken sehenswertem Handball und schlugen den TuS N.-Lübbecke mit 33:26 (15:10).

Es schien vor dem Spiel, als seien sich beide Mannschaften extrem sympathisch. Keiner wollte loslegen, bevor nicht jeder Spieler per Handschlag begrüßt worden war. Die Lage änderte sich mit dem Anpfiff grundlegend. Die Gäste legten eine harte Gangart an den Tag. So hart, dass Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson seinen Kontrahenten Markus Baur schon nach drei Minuten wüst beschimpfte. Dieser polterte zurück - beide sahen die Gelbe Karte. Scheinbar das richtige Signal, denn fortan stand der Handball im Mittelpunkt. Die Berliner glichen, nachdem sie zweimal mit einem Tor hinten gelegen hatten, zum 2:2 (5.) aus. Danach setzte sich das größere spielerische Vermögen der Gastgeber mehr und mehr durch. Das lag einerseits daran, dass Markus Richwien und Ivan Nincevic auf den Außenpositionen glänzend freigespielt wurden und dann auch verwandelten. Ebenso schlossen die Berliner ihre Schnellangriffe nach Ballgewinnen erfolgreich ab und auch Torwart Silvio Heinevetter hatte mit sieben, acht Weltklasseparaden gehörigen Anteil daran, dass die Füchse davonzogen. Zunächst blieb das Spiel noch knapp (8:6/16.), dann aber wuchs der Vorsprung. Mit 15:10 ging es in die Halbzeit.

Sonntag wieder in der Königsklasse

Sollten die Lübbecker sich in der Kabine Mut gemacht haben, das Spiel vielleicht noch drehen zu können - eine realistische Chance hatten sie nie. Alexander Petersson und Torsten Laen bauten die Führung direkt nach dem Wiederanpfiff auf 17:10 aus. Richwien und Nincevic, die am Ende mit sieben und sechs Toren beste Berliner Werfer waren, trafen weiter, wie sie wollten. Nach 46 Minuten hieß es 26:18 und die Füchse blieben auch angesichts dieser klaren Führung "auf den Punkt bereit", wie es Coach Sigurdsson vor der Partie gefordert hatte. Am Ende gewannen sie mit 33:26 und schoben sich auf Tabellenplatz zwei. Spitzenreiter bleibt der THW Kiel, der seine Pflichtaufgabe in Balingen souverän löste und mit 31:21 gewann.

"Wir waren heute gut eingestellt und wollten zeigen, dass wir zuhause eine Macht sind", sagte Topscorer Richwien. "Wir haben 60 Minuten gezeigt, dass wir eine Supermannschaft sind und da hat jeder etwas zu beigetragen."

Am Sonntag wartet wieder die Bel Etage des europäischen Handballs auf das Team von Dagur Sigurdsson. Um 17.30 Uhr gastiert der KS Kielce aus Polen in der Schmeling-Halle. Dann heißt es wieder: Champions League genießen und, wenn möglich, auch da keine Punkte abzugeben - nach dem 31:31 bei der Königsklassenpremiere bei Medvedi Tscheschow in Russland und dem Spiel gestern scheint das keinesfalls vermessen.