Vertrag bis 2013

Belgien statt Bundesliga: Daum trainiert FC Brügge

In der Türkei und Österreich als Nationaltrainer gehandelt, beim FC Brügge gelandet: Christoph Daum kehrt nach sechsmonatiger Pause beim Tabellenvierten der belgischen Liga auf die Fußball-Bühne zurück.

"Ich freue mich auf diese Herausforderung und will auf Dauer Brügge wieder in Belgien an die Spitze führen und auch in Europa wieder im Konzert der Großen etablieren", sagte der 58-Jährige: "Brügge hat die jüngste Mannschaft in der belgischen Liga und sehr, sehr gute Perspektiven."

Daum unterschrieb beim 13-maligen belgischen Meister einen Vertrag über anderthalb Jahre mit Option für eine weitere Spielzeit. Von seiner neuen Aufgabe ist er hellauf begeistert. "Der Verein hat ein ganz neues Konzept, ist von Grund auf modernisiert worden, sowohl von der Infrastruktur her als auch vom Personal. Das hat mich alles total überzeugt, und ich bin stolz, dass ich diese Dinge mit Leben füllen soll", berichtetet Daum.

In der Nacht zuvor hatte er in seinem Kölner Haus mit Brügges Präsident Bart Verhaege und Manager Vincent Mannaert die letzten Modalitäten geklärt. "Was mir die Verantwortlichen präsentiert haben, hat mich absolut überzeugt, man spürt dieselbe Denkweise. Zudem wollten sie mich haben, was auch dadurch dokumentiert wurde, dass mich der Präsident zweimal besucht hat", sagte Daum. Er betonte, dass finanzielle Dinge außen vor gestanden hätten. In Brügge tritt Daum die Nachfolge von Adrie Koster an. Der Niederländer war Ende Oktober nach zuvor vier Spielen ohne Sieg in Folge gefeuert worden. "Zunächst geht es darum, in Belgien wieder in die Spur zu kommen. Und dann möchte ich mit Brügge auch wieder in Europa erfolgreich sein, das ist schließlich ein Topklub in Europa mit großer Tradition", sagte Daum. Er wird erstmals am 20. November nach der Länderspielpause im Lokalderby gegen Cercle Brügge auf der Bank im Jan-Breydel-Stadion sitzen. In der Europa League steht der FCB vor dem Einzug in die Zwischenrunde.

In der Bundesliga war das Comeback von Christoph Daum nicht von Erfolg gekrönt. Im März hatte er das Traineramt bei Eintracht Frankfurt als Nachfolger von Michael Skibbe übernommen, konnte den Abstieg mit den Hessen aber nicht verhindern.