Interview

"Niemand verbietet uns, erfolgreich zu spielen"

Als die Verträge unterschrieben waren, gab Änis Ben-Hatira der Morgenpost ein erstes Interview. Mit ihm sprach Redakteur Daniel Stolpe.

Berliner Morgenpost: Willkommen in Berlin, willkommen in der Heimat, Herr Ben-Hatira. Wie aufregend waren die letzten Tage der Transferfrist für Sie?

Änis Ben-Hatira: Sehr aufregend, das kann ich schon sagen. Obwohl es nicht mehr danach aussah, dass ein Wechsel klappt, war tief in mir die Hoffnung schon noch da. Es waren anstrengende Stunden, aber ich wollte wirklich sehr gerne zu Hertha BSC.

Berliner Morgenpost: Das heißt, Sie waren sich mit Hertha schon länger über die Konditionen für einen Wechsel einig?

Änis Ben-Hatira: Das ging ganz schnell. Es hing ja alles daran, ob Rob Friend gehen würde. Als Bewegung in diese Sache kam, und ich die Nachricht erhielt, dass ich nach Berlin fahren soll, war ich einfach nur froh. Alles andere hat nicht lang gedauert.

Berliner Morgenpost: Welche Perspektive hat Trainer Markus Babbel Ihnen aufgezeigt?

Änis Ben-Hatira: Nach dem Rummel der letzten zwei, drei Wochen in Hamburg und den vielen Gerüchten, die es da um meine Person gab, will ich zu der Frage nicht viel sagen. Es soll nicht der Eindruck entstehen, ich wäre in Gedanken nicht mehr beim HSV gewesen. Klar, meine Gespräche mit Hertha waren gut; neben der Familie ist ja auch die sportliche Perspektive entscheidend.

Berliner Morgenpost: Welche Ziele setzen Sie sich mit Hertha?

Änis Ben-Hatira: Nach dem Aufstieg ist der Klassenerhalt das A und O. Aber niemand verbietet uns, so erfolgreich wie möglich zu spielen. Erst recht in den folgenden Jahren.

Berliner Morgenpost: Welche Rolle trauen Sie sich bei Hertha zu?

Änis Ben-Hatira: Ich war vergangene Saison ab der Rückrunde Stammspieler beim HSV. Jetzt freue ich mich darauf, das Hertha-Trikot zu tragen und im Olympiastadion zu spielen. Als Junge hatte ich immer davon geträumt, dass es so kommen würde.

Berliner Morgenpost: Ihre Position: Ein Mittelstürmer wie Rob Friend sind Sie nicht?

Änis Ben-Hatira: Nein, wer mich kennt, der weiß: Hinter den Spitzen ist meine stärkste Position. In den U-Nationalmannschaften war ich klassischer Zehner, aber ich kann auch rechts oder links spielen. Bei Hertha, habe ich gesehen, wird auf den drei Positionen hinter dem Stoßstürmer ständig rotiert, das gefällt mir.

Berliner Morgenpost: Ihr erstes Spiel mit Hertha führt Sie nach Dortmund. Dort machten Sie am ersten Spieltag beim 1:3 Ihr letztes Spiel für den HSV.

Änis Ben-Hatira: Verrückt, oder? Daran musste ich auch denken. So schließt sich der Kreis, oder anders gesagt: So fängt die Saison für mich noch mal neu an - ich hoffe nur, mit einem besseren Ergebnis als damals.