Wettkämpfe

Leichtathletik-WM: Deutsche Starter gehen leer aus

Ihre Genugtuung mochte Nadine Kleinert (35) nicht verhehlen. Platz acht im Kugelstoßfinale mit 19,26 Meter zwar nur für die WM-Zweite von 2009, dafür aber mit Saisonbestweite und trotz einer Verletzung, die sie sich beim Einstoßen zuzog.

"Es war auch für alle meine Kritiker. Ich wurde nach den Deutschen Meisterschaften abgehakt. Viele haben gesagt, die WM ist sowieso schon vorbei. Und wer stand im Finale?", fragte Kleinert herausfordernd: "Wieder die alte Frau!" Weltmeisterin wurde die Neuseeländerin Valerie Adams (21,24).

Schnell mit seinem fünften Platz im Stabhochspringen arrangiert hatte sich auch Malte Mohr. "5,85 Meter, Saisonbestleistung - ich kann nicht sagen, dass ich unzufrieden bin", sagte der 25-Jährige, der sich nicht erinnern konnte, wann seine Höhe bei einer WM zuletzt nicht für einen Platz unter den ersten Drei gereicht hatte. Dort standen am Ende der Pole Pawel Wojciechowski vor dem Kubaner Lazaro Borges (beide 5,90) und Renaud Lavillenie aus Frankreich (5,85). "Ich habe nicht geglaubt, dass wir auf so einem Niveau springen, nachdem in der Qualifikation so viele rausgeflogen sind", sagte Mohr.

Im Hammerwerfen verfehlte Markus Esser als Vierter mit 79,12 Meter Bronze nur um 27 Zentimeter. Gold ging an den Japaner Koji Murofushi (81,24). "Ich bin ein bisschen schwer in Tritt gekommen, aber das komplette Jahr gibt Aufschwung für London. Ich kann mit Recht sagen: Markus Esser ist zurück in der Welt", sagte der 31 Jahre alte Leverkusener, der wie bei der WM 2005 und der EM 2006 das Podest nur knapp verpasste. Für Murofushi war es der erste WM-Triumph mit 36 Jahren, 2004 hatte er bei Olympia in Athen die Goldmedaille gewonnen..

Der dritte Wettkampftag in Daegu ging aufregend zu Ende. Weit nachdem er sich schon als Sieger des 110-Meter-Hürdenlaufs hatte feiern lassen, wurde Dayron Robles disqualifiziert und Jason Richardson (USA) zum Weltmeister erklärt. Kubas Olympiasieger soll den Chinesen Liu Xiang an der letzten Hürde regelwidrig behindert haben, woraufhin dieser Einspruch einlegen ließ. Eine Jury des Leichtathletik-Weltverbands IAAF lehnte den Einspruch jedoch ab.