Rückspielsieg

Gomez schießt Bayern in die Champions League

Der FC Bayern München hat es in die Champions League geschafft. Im Rückspiel der Qualifikation zur Königsklasse gewann der Rekordmeister beim FC Zürich 1:0 (1:0, Hinspiel 2:0). Das einzige Tor vor 23 600 Zuschauern im Letzigrund-Stadion erzielte Mario Gomez (7.). Mit dem Einzug in den Wettbewerb hat der Klub sich mindestens 20 Millionen Euro garantierter Einnahmen gesichert.

"Wir sind zufrieden mit dem Abschneiden. Wichtig war in die Gruppenphase einzuziehen", sagte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger. Trainer Jupp Heynckes freute sich über den Spielfluss seines Teams. "Das ist das, was ich von meiner Mannschaft fordere. Dominanz und Ballbesitz. Wir haben das heute streckenweise perfekt gemacht." Auch für Franck Ribery fand er lobende Worte: "Vor allem in der zweiten Halbzeit hat er hervorragend nach vorne gearbeitet."

In Lostopf eins gesetzt

Gegen wen der deutsche Rekordmeister in der Gruppenphase spielt, erfahren die Bayern am Donnerstag. Um 17.45 Uhr lost der europäische Fußballverband Uefa in Monaco die Gruppen aus, die Münchner sind in Topf eins gesetzt. Sie können damit nicht schon in der Gruppenphase auf Titelverteidiger FC Barcelona, Real Madrid oder die englischen Topteams Manchester United und FC Chelsea treffen. In den übrigen Lostöpfen warten aber so starke Konkurrenten wie der AC Mailand und Manchester City. Mit dabei sind auch der deutsche Meister Borussia Dortmund und Vizemeister Bayer Leverkusen.

Für Heynckes werden es die ersten Partien in der Königsklasse seit 13 Jahren sein. Sein bislang letztes Spiel erlebte er mit Real Madrid, 1998 gewann er mit dem spanischen Spitzenklub das Finale in Amsterdam gegen Juventus Turin (1:0). In dieser Saison wird das Endspiel in der Münchner Arena ausgetragen.

Die Luft im Stadion in Zürich war gestern Abend drückend schwül, am Tag waren es in der Stadt 34 Grad gewesen, zum Anpfiff kühlte es sich kaum ab. Den Bayern-Profis machte das nichts aus, so erwischten einen optimalen Start. Nationalspieler Thomas Müller setzte sich auf der rechten Seite durch und spielte den Ball zu Gomez, der aus 16 Meter ins linke Eck schoss - 1:0 (7.) Die Gäste waren von Beginn an die bessere Mannschaft, Müller hatte die Chance zum zweiten Treffer, schoss aber links vorbei (10.).

Eigentlich hätte er im zentralen Mittelfeld spielen sollen, rückte aber nach rechts, weil Trainer Heynckes auf Arjen Robben verzichten musste. Den niederländischen Offensivstar plagen weiterhin Rückenprobleme, nun kommt offenbar auch noch eine Schambeinentzündung hinzu.

Schon in den vergangenen Wochen hatten ihn die Rücken-Beschwerden enorm behindert, er selbst sieht sich bei gerade einmal 70 Prozent Leistungsfähigkeit. "Es kann noch Wochen dauern, bis es wieder schmerzfrei geht. Der Schmerz nimmt mir den Spaß am Fußball", hatte Robben vor dem Spiel gesagt.

In der Abwehr hatte Heynckes keine Ausfälle, stellte aber dennoch um: Jerome Boateng übernahm für Rafinha erstmals den rechten Part in der Viererkette; die Position, die er auch in der Nationalmannschaft spielt. Innen spielten Daniel van Buyten und Holger Badstuber. Im defensiven Mittelfeld erhielt Luiz Gustavo den Vorzug vor Anatoli Timoschtschuk. Sie alle spielten konzentriert und leisteten sich kaum Fehler. "Wenn wir arrogant spielen, wird es gefährlich", hatte Klubchef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Anpfiff betont. Die Mannschaft hatte verstanden.

Nach der Führung war sie zwar nicht mehr so druckvoll wie in der Anfangsphase, ließ den Züricher aber kaum Freiräumen und agierte souverän. Nur nach Standards und durch Zufall waren die Schweizer ein paar Mal gefährlich. Die Spannung war raus, die Partie lief so vor sich dahin. Nach dem Seitenwechsel bemühten sich die Schweizer zwar, frühzeitig den Anschluss zu erzielen, aber gegen die gut gestaffelte Bayern-Defensive gab es so gut wie kein Durchkommen. Zürich war sehr engagiert, Bayern behielt aber ohne große Anstrengungen die Kontrolle.