Handball

Die Füchse freuen sich mit ihrem jungen Weltmeister

Spieler und Trainer tanzten auf dem Parkett im Konfettiregen. Und mittendrin Johannes Sellin von den Berliner Handball-Füchsen. Sieben Tore hatte der 20-Jährige am Sonnabend erzielt und damit als bester Werfer großen Anteil am Gewinn der Junioren-Weltmeisterschaft des deutschen Teams gehabt.

Immer wieder ruderte Sellin mit den Armen, der Mann, dessen Haare durch ein Stirnband gebändigt wurden, wusste gar nicht, wohin mit seiner Freude. Im Finale der WM in Griechenland hieß es am Ende unerwartet klar 27:18 gegen Dänemark. Welch ein Triumph für Sellin und Trainer Martin Heuberger, der in Saloniki einen goldenen Abschied feierte. Künftig wird er als Nachfolger von Heiner Brand als Bundestrainer bei den "Großen" arbeiten.

Und für Sellin, der sich gestern auf der Heimreise befand und dessen Anrufbeantworter vor Anfragen überquoll, geht es jetzt wieder zurück zu seinem Verein. "Ich hoffe, er bringt die Begeisterung und die positive Energie aus Griechenland mit zu uns", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, der sich "unheimlich" freute über den Erfolg von Sellin.

Wieder "ein Meilenstein" sei dies in der Karriere des Abiturienten, sagte Hanning, der eine ganz besondere Beziehung zum jungen Handballprofi hat. "Ich habe ihn in der B-Jugend geholt", erinnerte sich Hanning. 2007 war das gewesen, als Sellin aus Usedom nach Berlin kam. Als "mein Projekt" bezeichnet Hanning den Außenspieler. Ein Projekt, das "nicht immer einfach war". Sellin hat einmal über sich gesagt: "Ich war früher schon ein Problemkind." Inzwischen ist er geerdet. Einer der Ersten, mit dem Sellin am späten Abend nach dem Spiel noch lange telefonierte, war eben jener Bob Hanning.

In Abstimmung mit Trainer Dagur Sigurdsson wurde es Johannes Sellin freigestellt, ob er heute gleich mit dem Füchse-Team ins Trainingslager nach Naumburg fährt oder erst am Dienstag nachreist. Am Abend steht ein Testspiel gegen den Bundesliga-Kontrahenten SC Magdeburg auf dem Programm, für das der Weltmeister bereits fest eingeplant ist. Dann geht es wieder bei Null für ihn los, der Erfolg von Saloniki ist fortan nur noch eine - wenn auch schöne - Erinnerung.

Gerade von den jungen Spielern wie Sellin und auch Colja Löffler (22) erwartet der Coach, dass sie "einen weiteren Schritt machen". In den Vorbereitungspartien plane er, ihnen viele Einsatzchancen zu geben. Doch für die Jungen gelte beim Champions-League-Teilnehmer inzwischen auch in der Bundesliga: "Ich setze sie ein, weil ich von ihnen Leistung erwarte, ich schenke ihnen nicht mehr fünf Minuten, damit sie mal spielen." Die Ansprüche an alle sind nach Platz drei in der Vorsaison höher geworden.

Zufrieden fährt Sigurdsson mit seiner Mannschaft heute ins Trainingslager, die ersten zwei Wochen Training nach der Sommerpause seinen "sehr gut gelaufen". In Naumburg wird es auch um "Teambuilding gehen", kündigte er an.