In Deutschland umstritten

Zwanziger rechnet mit Pfiffen gegen Fifa-Präsident Blatter

DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht möglichen Pfiffen der Fußball-Fans gegen Fifa-Chef Joseph Blatter bei der Eröffnung der Frauen-WM nicht mit Sorge entgegen.

"Das ist die Realität unseres Lebens", sagte Zwanziger gestern in Berlin. "Wenn du in einer Spitzenverantwortung stehst im Sport, dann musst du eben auch durchaus mit Reaktionen rechnen, die nicht immer nur in Beifall bestehen." Blatter wird zum offiziellen Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft zwischen dem Gastgeber und Kanada am Sonntag (18 Uhr/ARD) im Berliner Olympiastadion erwartet.

Nach den Turbulenzen und Korruptionsaffären im Weltverband warb Zwanziger dafür, den kürzlich wiedergewählten Präsidenten und die Fifa "fair und gerecht" zu beurteilen. Die Fußball-Dachorganisation habe in den vergangenen sechs Jahren vier "großartige Turniere" nach Deutschland gegeben. Es gebiete der Respekt vor der Fifa, "anzuerkennen, dass man das auch ein Stück für Deutschland und die Fußball-Fans in Deutschland gemacht hat", sagte Zwanziger. Er rief das Publikum auf, "diese Dinge gerecht zu beurteilen". Zuletzt hatte Blatter für Kopfschütteln gesorgt, weil er beim Finale am 17. Juli in Frankfurt für sich einen Platz auf der Ehrentribüne direkt an der Mittellinie beansprucht. Um diesen Wunsch zu erfüllen, muss die Tribüne nun extra umgebaut werden.