Interview

Julius Jenkins: "Wir brauchen mehr Kampf und Energie"

Plötzlich war er wieder da, der Julius Jenkins, der 2008 und 2010 zum wertvollsten Spieler (MVP) der Liga gekürt worden war - unterm Korb genauso treffsicher wie aus der Distanz, leichtfüßig und mit schnellen Händen. Beim 76:90 im ersten Finale in Bamberg hatte er es mit gerade mal drei Punkten auf die Anzeigetafel geschafft. In Spiel zwei, das Alba 80:71 gewann, war "JJ" mit 23 Punkten der Antreiber der großen Wende. Mit Albas Matchwinner sprach Theo Breiding.

Berliner Morgenpost: Wie haben Sie Ihre MVP-Form wiedergefunden?

Julius Jenkins: MVP oder nicht, das interessiert mich nicht wirklich, Basketball spielt man als Mannschaft und das einzig Wichtige ist, ob ich irgendetwas tun kann, meiner Mannschaft zu helfen, damit wir gewinnen. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass ich viele Punkte mache.

Berliner Morgenpost: Mit welchem Gefühl haben Sie nach dem erneuten Fehlstart immer mehr das Heft in die Hand genommen?

Julius Jenkins: Ich habe gespürt, dass ich aggressiver spielen muss, zuerst natürlich in der Verteidigung, denn normalerweise läuft es auch im Angriff besser, wenn du in der Defense einen guten Job machst. Deine Würfe können in den Korb fallen oder auch nicht, aber du kannst in der Defense immer ein Zeichen setzen. Ich habe ein paar wichtige Rebounds geholt, habe Bamberg ein paar Mal den Ball gestohlen. Das sind die wichtigen kleinen Dinge, die das Momentum eines Spiels drehen können.

Berliner Morgenpost: Ich denke, Sie haben intern schon des Öfteren über die unglaublichen Serien gesprochen, in denen Alba gar nichts gelingt. Jetzt sind Sie wieder mit 2:18 in das zweite Finale gegen Bamberg gestartet. Warum?

Julius Jenkins: Darauf habe ich ehrlich keine Antwort (lacht). Alles, was ich weiß, ist, dass wir in Bamberg gegen die Baskets nicht noch mal mit 16 Punkten zurückliegen können. Dann bringen sie uns nämlich um. Wir werden uns diese Phase auf jeden Fall noch mal per Video ansehen, vielleicht etwas ändern oder auch nicht. Sicher ist, dass wir mit mehr Energie und mehr Kampf in das Spiel am Sonnabend gehen müssen. Ein solcher Start darf sich auf gar keinen Fall wiederholen.

Berliner Morgenpost: Diese Serie wird jetzt in nur noch drei Spielen entschieden. Sind Sie jetzt vielleicht im Vorteil, weil der Druck jetzt mehr auf den Bambergern liegt?

Julius Jenkins: Das weiß ich nicht wirklich, das sind ja alles sehr erfahrene Spieler und der Klub ist sehr professionell geführt. Irgendwie interessiert es mich auch nicht. Was sie denken oder auch fühlen, ist ihre Sache. Wir müssen uns voll auf uns konzentrieren und auf das, was wir tun müssen, um am Sonnabend in Bamberg zu gewinnen. Wir werden uns jetzt unsere Fehler, die wir gemacht haben, noch einmal ansehen und sie nach Möglichkeit abstellen, denn eines ist sicher: das wird ein hartes Spiel.