Fußball

VfB verschafft sich dank Cacau Luft im Abstiegskampf

Die beiden Mannschaften trennten nur 40 Meter, doch dazwischen lagen ganze Gefühlswelten. Während sich die Spieler des VfB Stuttgart nach dem 3:0 (1:0) gegen den HSV in der Untertürkheimer Kurve von ihren Fans feiern ließen, wagte sich mit Frank Rost nur ein einziger Hamburger zu den HSV-Fans.

Den Rest vergraulten die wütenden Fans mit wüsten Tiraden. Trainer Michael Oenning war bereits in die Katakomben geschlichen. Dort sagte er: "Der Weg nach Europa ist zu Ende." Während der VfB sich dank der Treffer von Cacau (6./88.) und Christian Gentner (78.) mit nun 36 Punkten fast aller Sorgen im Abstiegskampf entledigte, klafften beim HSV Welten zwischen den Ansprüchen und der Wirklichkeit. Mit 43 Zählern ist der Europacup kaum mehr zu erreichen. Nationalspieler Dennis Aogo sagte: "Mit der Europa League ist es für uns definitiv vorbei."

In der ersten halben Stunde war der HSV gedanklich nicht auf dem Platz, Oenning sah nach der ersten Niederlage in seinem fünften Spiel als Chefcoach ein "Mentalitätsproblem". Das aber, betonte er, "ist ja nichts Neues bei uns und hatte uns bewogen, etwas zu ändern" - nämlich Armin Veh durch Oenning zu ersetzen. Die psychischen Schwächen blieben.

Die VfB-Profis verdienten sich zwei freie Ostertage - und das, wie Trainer Bruno Labbadia betonte, "nicht, weil der HSV so schlecht war. Das Verdienst liegt bei unserer Mannschaft." Zwar profitierte Stuttgart von den Lücken in der HSV-Defensive. Doch dass die schwierige Saison wohl das ersehnte Happy End haben wird, lag am starken VfB-Auftritt. Nicht nur Labbadia fand es "beeindruckend", wie seine Mannschaft dank der starken Tamas Hajnal und Cacau auch spielte.

Hajnal ist die Schlüsselpersonalie beim VfB. Seit er im Winter von Borussia Dortmund kam, hat er achtmal von Beginn an gespielt - und war an acht Toren beteiligt. Cacau hat eine Adduktoren-Operation verschoben und "einige Wochen konsequent gearbeitet", wie Labbadia lobte. Den Lohn erntete er gegen den HSV mit den Saisontoren sechs und sieben. Vor dem Derby in einer Woche bei 1899 Hoffenheim sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic: "Unser Ziel war es, den Klassenerhalt in der eigenen Hand zu haben. Das haben wir jetzt."