Fall Compaoré: Alba Berlin prüft rechtliche Schritte gegen "Spin"

Gestern mittag war es endlich soweit. Walter Palmer, Vorsitzender der Spielergewerkschaft "Spin", verschickte ein vierseitiges Schreiben, in dem er begründete, warum der von Alba Berlin suspendierte Thomas Compaoré "enttäuscht und unzufrieden" mit seiner Situation beim Basketball-Bundesligisten ist.

Gestern mittag war es endlich soweit. Walter Palmer, Vorsitzender der Spielergewerkschaft "Spin", verschickte ein vierseitiges Schreiben, in dem er begründete, warum der von Alba Berlin suspendierte Thomas Compaoré "enttäuscht und unzufrieden" mit seiner Situation beim Basketball-Bundesligisten ist. Der aus Burkina Faso (Afrika) stammende 18jährige Center habe "Spin" in Person von Walter Palmer im Januar "um die Überprüfung der Legalität seiner von Alba angestrengten und auch erhaltenen Aufenthaltserlaubnis" gebeten.

Nach Auffassung von "Spin" sind bei Compaoré die Voraussetzungen für die Aufenthaltserlaubnis eines Berufssportlers aus einem Nicht-EU-Land nicht erfüllt. Denn diese dürfe nur erteilt werden, wenn der Sportler in der 1. Bundesliga spielt, mindestens 16 Jahre alt ist und mit mindestens 2625 Euro im Monat vergütet wird. Von diesen Kriterien erfüllt Compaoré jedoch zwei nicht: Er wurde vor allem bei Albas Farmteam TuS Lichterfelde in der Regionalliga eingesetzt, zudem sei sein Ausbildungsvertrag mit nur 450 Euro brutto monatlich zuzüglich Verpflegung und Wohnung dotiert. Palmer: "Wir haben große Zweifel daran, daß Arbeitsvertrag und Aufenthaltsgenehmigung in juristischem Einklang stehen." Er fordert die sofortige Aufhebung des Kontrakts verbunden mit der Freigabe sowie eine Nachzahlung angeblicher Gehaltsrückstände.

Albas Vizepräsident Marco Baldi bezeichnet Palmers Anschuldigungen als falsch und unzutreffend. "Das sind Vorwürfe abstrusester Art, die wir so nicht stehen lassen können und die wir rechtlich klären werden." Heute treffen sich die Alba-Verantwortlichen mit einem Rechtsanwalt. Eines könne man allerdings schon sagen, so Baldi: "Das wird am Ende auf Kosten von Thomas gehen - und das ist das Bedauerliche an dieser Geschichte."