Sport im Fernsehen

DSF setzt auf Handball, Basketball sucht TV-Partner

Auf der Internetseite von sportdigital.tv wurde gestern noch vollmundig für Live-Übertragungen von Spielen aus den Volleyball-, Basketball- und Handball-Bundesliga geworben.

Doch die Wahrheit sieht längst anders aus: Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) hat mit der Handball-Liga einen Vertrag bis 2013 geschlossen, der wie bisher Live-Spiele im DSF garantiert, nun aber auch live übers Internet übertragene Spiele (gegen Gebühr) beinhaltet. Die Zusammenarbeit mit sportdigital, das über Internet, Satellit und in Kabelnetzen gegen Bezahlung zu empfangen war, endet.

Betroffen davon ist auch die Basketball-Bundesliga, denn ob sportdigital ohne Handball auf dem Markt bleibt, ist anzuzweifeln. Während sich also die Fans der Füchse freuen können, müssen die Alba-Anhänger fürchten, künftig kaum noch bewegte Bilder ihres Teams sehen zu können.

"Wir reden mit allen, die am Markt beteiligt sind", sagt Dirk Kaiser, der Sprecher der Basketball-Bundesliga (BBL). Die BBL will so oft wie möglich im frei empfangbaren Fernsehen präsent sein. Das Konzept von sportdigital in den vergangenen zwei Jahren "war ein gutes", sagt Alba-Geschäftsführer Marco Baldi. Denn der Anbieter vergab auch Zweit- und Drittrechte ans Free-TV (zuletzt im Play-off an Eurosport). Dadurch seien zum Beispiel die Fernsehzeiten des Berliner Klubs "erheblich gestiegen".

Die BBL dürfte sich ungern - wie bis vor zwei Jahren - an den Pay-TV-Sender Sky (ehemals Premiere) binden. Der pocht auf Exklusivität. Die Zahl der Alba-Berichte zum Beispiel im RBB dürfte dann gegenüber zuletzt stark zurückgehen.