Tee-Time

Studieren im Grünen

Auch der Autor dieser Kolumne hat studiert. Jura, an der FU. Ein recht unerfreuliches Kapitel. Zum Glück ist aus ihm trotzdem etwas halbwegs Vernünftiges geworden - er hat sich auf seine Golfkarriere konzentriert.

Bestimmt wäre es eine große Karriere geworden, wenn da diese Schmerzen in Schulter, Ellbogen und Handgelenk nicht wären, die immer dann auftreten, wenn dieser dämliche Schläger mal wieder viel zu viel Rasen und viel zu wenig Ball getroffen hat.

Wie kam ich drauf? Achja, die Uni. Dort besinnt man sich immer mehr der wirklich wichtigen Dinge im Leben. Sollen die anderen studieren, die intelligenten Studenten verbringen ihre Zeit eh überwiegend auf dem Golfplatz. Weil dies so ist, hat man sich an der Humboldt-Universität entschlossen, dem Ganzen einen vernünftigen Rahmen zu geben. Auf Initiative von Professor Joachim Schwalbach wurde im Jahr 2005 das erste HU-Golfturnier durchgeführt.

Unter Mithilfe von Ferdinand von Humboldt, einem Nachfahren von Alexander von Humboldt. Mit einem Handicap von 6,3 verfügte dieser über das sportliche Know-how und hat auch Erfahrung in der Ausrichtung von Turnieren. "Er hat mir sehr viel abgenommen", erzählt Schwalbach, "ich war damals nicht so gut im Golf und auch nicht in der Szene drin." Für ihn lag es nahe, sich insbesondere an Studenten der Wirtschaftswissenschaften zu wenden: "Es ist doch klar, dass es für Wirtschaftswissenschaftler nicht schaden kann, wenn sie mit dem Golfen beginnen."

Mittlerweile hat sich das Turnier der HU etabliert. Vier Mal schon lud das Institut für Management an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ein, am kommenden Montag findet im Potsdamer Golfclub (ab 11.30 Uhr) die fünfte Ausgabe statt. Die Tradition ist jung, erst nach der Premiere durch die Humboldt Universität zogen Hochschulen etwa in Cottbus, Frankfurt/Oder, Lüneburg oder Greifswald nach. Seit diesem Jahr ist das Humboldt-Turnier eingebettet in die Unigolf-Tour 2009, die in Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg oder Niedersachsen gastiert. Die Tour ist der Zusammenschluss von bislang fünf Turnieren, bei denen ausschließlich angehende Akademiker am Abschlag stehen. Beinahe ausschließlich. "Die Turniere sind offen", sagt Schwalbach, es dürfen also auch nicht studierende Golfer teilnehmen. "Uns ist jeder willkommen", sagt er, "aber natürlich achten wir darauf, dass das Gros der Spieler von Studenten gestellt wird."

Steffen Lüdeke berichtet immer donnerstags über Golf in der Region Berlin-Brandenburg