Senat plant Betreibergesellschaft des Olympiastadions ohne Hertha BSC

Die Struktur des Olympiastadions ist gerade sieben Monate alt - und steht schon vor einer grundlegenden Neuordnung. So gibt es im Senat Überlegungen, die Arena künftig in Eigenregie zu betreiben. Das vermeldet der Tagesspiegel. Der Plan sieht vor, die Besitzgesellschaft aufzulösen und die Betreibergesellschaft in Insolvenz zu schicken. Die bisherige Struktur war durch die Insolvenz von Walter Bau hinfällig geworden. Das Bauunternehmen hielt ursprünglich 37,45 Prozent Anteile an der Betreibergesellschaft, ebensoviel wie Hertha BSC. Das Land Berlin ist Minderheitsgesellschafter (25,1). Diese Zusammensetzung indessen hat sich als nicht alltagstauglich erwiesen. So hat die Betreibergesellschaft allein 2004 ein Minus von zwei Millionen Euro eingefahren - die Morgenpost berichtete.

"Ob die Konstellation glücklich war, darüber kann man diskutieren", formulierte es Thorsten Manske, Hertha-Präsidiumsmitglied und Mitglied des Aufsichtsrates der Betreibergesellschaft.

Die Kernfragen: Wie kann das Stadion wirtschaftlich betrieben werden? Wie ist der noch offene 46-Millionen-Euro-Kredit für die Stadion-Finanzierung zu bedienen?

Derzeit zahlt Hertha BSC per anno 5,8 Millionen Euro Stadionmiete, der Vertrag läuft bis 2017. Der Bundesligist ist in der Stadiongesellschaft, um als Hauptnutzer Einfluß auf unternehmerische Entscheidungen nehmen zu können. "Wer hat zuerst Zugriff bei Terminfragen? Was passiert im Stadion und drumherum? Wie geht es nach 2017 weiter?", skizziert Manske Herthas Interessen. Gleichwohl ist der Klub offen für Veränderungen. "Wir wissen, daß der Senat mehrere Optionen prüft", sagte Manske, "darüber muß man reden."

Sollte der Senat die Arena in Eigenregie verwalten, wäre Hertha nicht mehr Mitbebetreiber, sondern nur noch Pächter. Dann bräuchte es einen neuen Pachtvertrag.

ub