Hertha BSC

Vertrag bis 2014 für Abwehrchef Roman Hubnik

Gültig ist ein Vertrag, wenn er unterschrieben ist. Klingt nach einer Allerwelts-Weisheit, aber die gilt auch im Fußball-Profigeschäft. So ist bisher zu vermelden, dass Hertha-Manager Michael Preetz drauf und dran ist, mit dem ersten Profi eine Einigung über die Weiterbeschäftigung in der Zweiten Liga zu erzielen.

Roman Hubnik (25) soll der neue Abwehrchef bei der Mission Wiederaufstieg werden. Hertha und der tschechische Nationalspieler sind sich einig über einen Vertrag bis Juni 2014. Die Ablöse, die ursprünglich 1,5 Millionen Euro betragen sollte, konnte Preetz auf 800 000 Euro herunterhandeln.

Nun kommt das "Aber": FK Moskau, der abgebende Verein, befindet sich in der Insolvenz. Ungeachtet aller mündlichen Zusagen aus Russland fehlen die entscheidenden Papiere mit Unterschriften und Stempeln. Der deutsche Hauptstadt-Klub hofft, dass der Transfer zu Beginn der Woche über die Bühne geht. Hubnik, der seit dem Winter ausgeliehen war, hatte auf Anhieb in Berlin überzeugt. Der 1,91 m große Verteidiger soll dauerhaft die Lücke schließen, die seit dem Abgang von Josip Simunic im Sommer 2009 (nach Hoffenheim) in der Hertha-Defensive klaffte.

Hubnik wäre das Signal, auf das die anderen Leistungsträger warten, die der Absteiger ebenfalls halten will. Gemeint sind Levan Kobiashvili (32), der einen Drei-Jahres-Vertrag vorliegen hat, Raffael, der sich mit seiner Familie beraten will, sowie Fabian Lustenberger. Für Anfang der Woche wird auch der Berater Helmuth Wennin von Torjäger Adrian Ramos in Berlin erwartet. Eigentlich hatte der Agent bereits hier sein wollen, die Vulkanasche-Wolke hatte ihn aber im Süden Spaniens festgehalten. Diese Profis sollen das Gerüst sein, mit dem Hertha das Abenteuer Zweite Liga in Angriff nimmt.

Nicht mit an Bord wird Jaroslav Drobny (29) sein. Sein Noch-Arbeitgeber hatte dem Tschechen seit einem Jahr mehrfach Vertragsangebote vorgelegt. Das letzte für die Zweite Liga war mit einer Frist für die vergangene Woche versehen. Doch Drobny wollte sich nicht zu Hertha BSC bekennen. Er hofft auf eine Offerte in einer ersten Liga, sei es in Deutschland oder im Ausland.

Damit ist klar, dass die Blau-Weißen für 2010/11 eine neue Nummer eins suchen. Auch wenn man den Eindruck haben kann, die Berater von Gerhard Tremmel (Energie Cottbus) wollen einen Transfer nach Berlin erzwingen - in dieser Frage ist Geduld für die Beteiligten angesagt.

Manager Michael Preetz verwies auf die Wichtigkeit der Position. "Über den neuen Torwart wird der neue Trainer entscheiden." Will sagen: Da Hertha sich noch nicht entschieden hat, wer der Übungsleiter zur kommenden Saison wird, müssen die Aspiranten warten.

Babbel Wunschkandidat bei Hertha

Neben Tremmel gibt es weitere interessante Schlussleute auf dem Markt: Markus Miller (28/Karlsruher SC) will sich verändern, Michael Rensing (26/FC Bayern) muss sich verändern. In dieser Personalie steht Hertha also nicht unter Druck.

Anders sieht es mit der Königspersonalie aus, der Stelle des Cheftrainers. Zwar sagte Manager Preetz mit Blick auf die Veranstaltung für Mitglieder am kommenden Dienstag im ICC "Hertha im Dialog": "Ich bin nicht auf Effekthascherei aus. Wir suchen eine gute Lösung." Es war spekuliert worden, dass Hertha den Trainer am Dienstag präsentiert, um die kritisch gesonnenen Mitglieder zu besänftigen.

Anders als sein Vorgänger Dieter Hoeneß, der bei der Trainer-Suche meist diverse Kandidaten kontaktiert hat, konzentriert sich Preetz auf seinen Favoriten. Wie aus Stuttgart zu hören ist, handelt es sich dabei um Markus Babbel (37.).